Exxon Mobil macht es,
Microsoft auch und
Wal-Mart sowieso. Das sind drei von insgesamt 270 Konzernen aus dem US-Leitindex S&P 500, die im Schlussquartal 2010 Aktien zurückgekauft haben. "Insgesamt haben die S&P-500-Unternehmen im vergangenen Jahr rund 299 Mrd. Dollar in Aktienrückkäufe investiert, 117 Prozent mehr als im Vorjahr", sagt Howard Silverblatt, leitender Analyst beim Indexanbieter Standard & Poor's (S&P).
Hören Analysten und Investoren das Schlagwort Aktienrückkauf, feiern sie das in der Regel als gute Nachricht. Zieht das Unternehmen die Titel ein, steigt der Gewinn je Aktie für die verbliebenen Anteilseigner - und damit, so die Hoffnung, auch der Kurs. Auf den ersten Blick klingt das einleuchtend. Bei näherer Betrachtung allerdings bricht die Logik in sich zusammen. Schließlich reduziert ein Aktienrückkauf die Barreserven eines Konzerns oder erhöht dessen Schulden. Im Ergebnis halten die verbliebenen Aktionäre also mehr Anteile an einem insgesamt weniger wertvollen Unternehmen - ein Nullsummenspiel.
"Ich hasse Unternehmen, die eigene Aktien zurückkaufen", sagt Isabel Levy, Gründerin und Investmentchefin der Pariser Fondsboutique Metropole Gestion. "Denn das heißt nichts anderes, als dass das Management keine Idee hat, was es mit dem Geld anfangen soll - ein Armutszeugnis." Ganz so hart müssen Privatanleger nicht über Aktienrückkäufe urteilen. Allerdings sollte ihnen klar sein, dass sich die milliardenschweren Programme nur in wenigen Fällen tatsächlich auszahlen.
Zumindest eine Studie gibt Levy recht: Kaufte ein britisches Unternehmen Aktien zurück, stieg sein Kurs im entsprechenden Jahr zwar im Schnitt um 8,2 Prozent, zeigt eine Untersuchung von Morgan Stanley für die Jahre 1997 bis 2006, aus der die Financial Times zitiert. Der Gesamtmarkt legte allerdings um 10,3 Prozent zu. Erhöhte das Unternehmen die Dividende, betrug das Plus in diesem Jahr im Schnitt sogar 12,7 Prozent. Offensichtlich gibt es für Manager also pfiffigere Ideen, als die Unternehmenskasse für Aktienrückkäufe zu plündern.