Die Finanzkrise hat in den vergangenen Wochen für erhebliche Unruhe bei den Aktienindizes gesorgt. So tauscht die Deutsche Börse noch vor Weihnachten zwei Mitglieder des Dax aus, weil sie die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dem deutschen Standardwerteindex nicht mehr erfüllten: Für
Continental und
Hypo Real Estate rücken
Beiersdorf und
Salzgitter nach.
Eine solche Umstellung hat natürlich auch Auswirkungen auf den Aktienkurs der betroffenen Firmen. Kommt etwa eine Aktie neu in den Index, steigt die Nachfrage nach dem Papier, weil Indexfonds und andere institutionelle Investoren aufgrund ihrer Anlagepolitik gezwungen sind, dieses zu kaufen.
Deutsche Anleger können jetzt mit einem Fonds auf derartige Kursbewegungen setzen: Der "Index Arbitrage" des Anbieters Dexia spekuliert darauf, dass sich Aktienkurse aufgrund von Indexveränderungen bewegen. In Frankreich bietet Dexia das Produkt schon seit fünf Jahren an. Nun ist es in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen.
Die Fondsmanager des Index Arbitrage können rechtzeitig reagieren, da Indexanbieter anstehende Änderungen frühzeitig ankündigen. "Einige Tage oder sogar Wochen vor der Umstellung wissen wir, welche Positionen der Indizes geändert werden, welche Aktien hinzukommen und welche herausfallen", sagt Achim Gilbert, Vertriebschef bei Dexia in Deutschland.
Die Fondsmanager können dann gezielt Aktien kaufen, noch bevor Indexfonds ihre Portfolios verändern. "Zwei bis drei Tage nach der Umstellung verkaufen wir die Aktien dann wieder", sagt Gilbert. "So nutzen wir die positive Entwicklung des Kurses und vermeiden das Risiko von Kursschwankungen nach der Einführungsphase."
Nach dem gleichen Prinzip verfährt Dexia auch bei Aktien, die aus einem Index herausfallen. Statt Papiere zu kaufen, spekulieren die Fondsmanager allerdings mit Leerverkäufen auf fallende Kurse.
Das Konzept habe sich bewährt und der Fonds in den vergangenen drei Jahren einen jährlichen Wertzuwachs von 5,22 Prozent erzielt, wirbt Gilbert. Ähnliche Erfolge erwarte er auch für die Zukunft. "Wir rechnen mit einer jährlichen Überrendite von zwei bis drei Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Eonia-Zinssatz", gibt er als Ziel aus.
Theoretisch kann der Fonds unabhängig von der Lage am Aktienmarkt eine positive Rendite erwirtschaften. "Indizes wechseln schließlich ständig ihre Zusammensetzung", argumentiert Gilbert. Allerdings können zum Beispiel schlechte Unternehmensnachrichten den Fondsmanagern einen Strich durch die Rechnung machen, indem sie den Kurs einbrechen lassen, obwohl die Aktie gerade in einen Index aufgenommen wurde.
Dexia buhlt mit dem Produkt ausdrücklich auch um Privatanleger. So fällt die Verwaltungsgebühr mit 0,8 Prozent pro Jahr vergleichsweise niedrig aus. Allerdings hält die Fondsgesellschaft zusätzlich die Hand auf, wenn die Rendite oberhalb des Eonia-Zinssatzes liegt. Von dieser Outperformance zweigt sie noch einmal 20 Prozent ab.