EZB-Präsident Trichet will notfalls trotz Schuldenkrise den Leitzins erhöhen
Bereits der Anstieg der Inflationsrate auf 2,2 Prozent im Dezember hatte eine Debatte darüber ausgelöst, ob die Zentralbank einschreiten sollte. EZB-Präsident
Jean-Claude Trichet kündigte Mitte Januar an, er werde die Lage genau beobachten. Er machte damit deutlich, dass die Zentralbank über die Teuerung besorgt ist.
Bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag erwarten Beobachter allerdings keine Zinserhöhung. Die Frankfurter Zentralbank steht vor dem Problem, dass ein solcher Schritt die Konjunktur in hoch verschuldeten Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal und Spanien belasten würde.
Die harten Sparprogramme der Regierungen in diesen Ländern bremsen schon jetzt das Wachstum, in Griechenland wird die Wirtschaft nach Einschätzung der EU-Kommission in diesem Jahr sogar weiter schrumpfen. Eine Anhebung des EZB-Leitzinses von derzeit 1,0 Prozent würde zudem die Kosten von Krediten in ganz Europa erhöhen und damit auch den Schuldendienst der Krisenstaaten weiter verteuern.