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Merken   Drucken   28.07.2011, 12:05 Schriftgröße: AAA

Ratgeber Gold: Mit Münzen und Barren durch die Krise

Die Schuldenkrise der USA und einiger Euro-Länder treibt die Anleger ins Gold: Das Edelmetall ist so teuer wie nie. Sollten Sie das Edelmetall jetzt kaufen? Was sind die Vorteile, was die Risiken?
© Bild: 2011 Getty Images
Die Schuldenkrise der USA und einiger Euro-Länder treibt die Anleger ins Gold: Das Edelmetall ist so teuer wie nie. Sollten Sie das Edelmetall jetzt kaufen? Was sind die Vorteile, was die Risiken? von Felix Disselhoff
"Gold ist das Fieberthermometer der Finanzmärkte", hat Alan Greenspan einmal gesagt. Folgt man dieser Weisheit des Ex-Chefs der US-Notenbank, ist es um die Gesundheit der Märkte im Euroland derzeit schlecht bestellt: Aktuell klettert der Goldpreis von einem Rekordhoch zum nächsten. Zuletzt übersprang er die Marke von 1631 Dollar für eine Feinunze (31,1 Gramm).
Nicht alles in Gold anlegen
Es ist die Schuldenkrise der Vereinigten Staaten und der Euro-Mitgliedsländer wie Griechenland und Portugal, die Angst um die schwächelnde Währung sowie die Furcht vor Inflation, die große und kleine Anleger dazu treibt, Gold zu kaufen. Ein Klassiker: In Krisenzeiten, in denen das Geld droht, an Wert zu verlieren, flüchten sich Anleger in die vermeintlich sicherste aller Währungen. Zwar unterliegt auch das Edelmetall heftigen Kursschwankungen, zwar ist auch Gold Spekulationsgut, aber im Gegensatz zu den meisten Währungen, zu Aktien oder zu Zertifikaten, ist Gold schlicht ein knappes Gut, dass definitiv einen Wert behalten wird, wie hoch auch immer.
Nur: Was bedeutet das für Kleinanleger? Sollte man nun darüber nachdenken, Gold zu kaufen? Und wenn ja, wieviel? Lohnt sich das überhaupt jetzt, in einem Moment, in dem der Preis so hochschießt wie nie zuvor? Und wie kommt Ottonormalverbraucher überhaupt an das Edelmetall heran?
Grundsätzlich gilt: Bei größeren Vermögen ab 100.000 Euro raten Anlageexperten dazu, dass die Goldeinlagen im Portfolio rund zehn Prozent ausmachen sollen. Daran hat sich auch in der Eurokrise nichts geändert. Wenn Sie diesen Anteil noch nicht erreicht haben, sollten Sie sich auch jetzt nicht von den hohen Preisen abschrecken lassen. Aber ganz wichtig: Sie sollten nicht Ihr gesamtes Erspartes in Gold anlegen.
Als Anleger müssen Sie zudem abwägen, wie viel Sicherheit Sie brauchen. "Gold ist durchaus spekulativ. Der Goldpreis kann jederzeit wieder fallen. Deswegen sollten sicherheitsbewusste Anleger lieber vorsichtig in Gold investieren", meint Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg. Der Kauf von Gold bedeutet auch, dass Sie auf andere Einnahmen verzichten, etwa auf potenzielle Gewinne bei Aktiengeschäften. Gold ist kein Wert, der durch die Erfolgsmeldungen von Unternehmen rasant in die Höhe steigt. Falls Sie also auf hohe Dividenden und den schnellen Gewinn aus sind, wären Sie mit Gold eher schlecht beraten. Auf der anderen Seite gilt das Edelmetall für viele Anleger als Versicherung.
Immenser Aufschlag beim Kauf von Münzen
Wer in Gold investieren will, muss als nächstes über die Form entscheiden: Setzen Sie auf Münzen, auf Barren, investieren Sie in einen Goldfonds oder wollen Sie gar Anteile einer Goldmine erstehen?
Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Stückelung des Goldes, desto größer ist der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufspreis. Beim Kauf von Goldmünzen etwa müssen Sie einen gehörigen Aufschlag zahlen. Der Goldpreis muss nach dem Kauf also weiter kräftig steigen, damit Sie als Anleger auch wirklich einen Wertzuwachs verbuchen können. Ein Beispiel: Der Aufschlag bei einer Münze, die rund ein Zehntel einer Feinunze an Gold wiegt - also gerade einmal rund drei Gramm - beträgt fast 27 Prozent. Der Goldpreis müsste also erst um mindestens 27 Prozent steigen, bevor Sie überhaupt einen Wertzuwachs erzielen können. Umgekehrt gilt: Fällt der Goldpreis, vergrößert der hohe Aufschlag Ihren Verlust. Der hohe Aufschlag macht den Erwerb solcher Kleinmünzen also sehr unattraktiv.
Sollten Sie sich dennoch für Goldmünzen entscheiden, ist das Spektrum recht weit gefächert. Es gibt rund ein Dutzend Goldmünzen mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Für den Laien unterscheiden sich die Münzen nur durch eine unterschiedliche Prägung auf der Vorder- und Rückseite. Doch der Goldanteil variiert, wenn auch minimal - was einigen Münzen aber eine größere Nachfrage beschert als anderen. Ronald-Peter Stöferle, Analyst der österreichischen Erste-Group, rät: "Bei Münzen wie Krügerrand, Wiener Philharmoniker oder Maple Leaf können Sie als Anleger wenig falsch machen. Sie stammen von weltweit anerkannten Prägeanstalten. Falls Sie sie dann wieder eintauschen möchten, werden Sie keine Probleme haben."

Teil 2: Goldbarren sind attraktiver

Gefunden bei: stern.de

  • stern.de, 28.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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