Angesichts der rasant steigenden Preise für Grundnahrungsmittel und Öl wird weltweit über den Einfluss von Spekulanten auf den Rohstoffmarkt diskutiert. Auf dem Markt für Rohstoffderivate sei das Volumen der von Finanzinvestoren gehandelten Kontrakte seit 2002 um den Faktor 14 gestiegen, sagte EU-Binnenmarktkommissar Barnier zu Beginn der Woche.
Allein mit der Abwicklung dieser Derivate über standardisierte Plattformen, wie sie die Kommission plant, wird sich der Einfluss der Spekulanten nicht begrenzen lassen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy macht sich deshalb für die Einführung sogenannter Positionslimits nach US-Vorbild stark. Sie begrenzen die Zahl der Termin- und Optionsgeschäfte, die einzelne Marktteilnehmer abschließen dürfen. Solche Mengenbeschränkungen gibt es in den USA für Mais, Weizen, Sojabohnen und Baumwolle.
Die Terminbörsenaufsicht CFTC schlug zum Jahreswechsel vor, Positionslimits auch für andere Agrarrohstoffe wie Öl, Erdgas, Metalle und Agrarrohstoffe einzuführen. Seither gingen bei der Behörde rund 12.000 Stellungnahmen zu dem Thema ein. Wann die Arbeit an den neuen Regeln abgeschlossen werden könne, sei noch völlig unklar, bekannte CFTC-Chef Gensler diese Woche.
Weiterreichende Ideen zur Bekämpfung der Spekulation wie etwa eine internationale Finanztransaktionssteuer fanden in der Gruppe der 20 größen Wirtschaftsmächte (G20) bislang keine Mehrheit. Zu den Gegnern einer solchen Steuer zählt auch die US-Regierung.