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19.06.2009, 09:00
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Rohstoffe:
Anleger entdecken ihre Liebe zum Gold
Das Edelmetall gilt als "sicherer Hafen" und ist sogar schon an Automaten erhältlich. Investoren müssen allerdings den Währungseinfluss beachten.
von Thomas Koch
Was bei Rauchern längst zum Alltag gehört, könnte demnächst auch bei Anlegern auf dem Plan stehen: Der regelmäßige Gang zum Automaten. Seit wenigen Wochen gibt es in Deutschland die ersten "Goldautomaten", an denen sich Investoren echte Goldbarren zu je einem Gramm ziehen können.
Im Vergleich zum aktuellen Gegenwert ist jedoch ein Aufschlag von rund 30 Prozent zu zahlen. Ob sich diese Idee durchsetzt, ist deshalb fraglich. Es passt aber zur aktuellen Stimmungslage der Anleger, die das auch als Krisenwährung angesehene Edelmetall verstärkt nachfragen.
Und damit zuletzt gutes Geld verdienen konnten. Seit Jahresbeginn hat sich der Goldpreis um über zehn Prozent verteuert. Und ein weiterer Anstieg scheint programmiert. Die Credit Suisse etwa rechnet auf Sicht von gut einem Jahr mit einem Plus von rund 20 Prozent auf bis zu 1200 $.
Die "Xetra-Gold"-AnleiheKostengünstige Alternativen zum Goldautomaten oder dem auch sonst recht teuren Erwerb von Münzen und Barren haben Investoren mittlerweile zur Genüge. Zum Beispiel die von der Deutschen Börse angebotene "Xetra-Gold"-Anleihe (WKN: A0S9GB), mit der Investoren einen zeitlich unbegrenzten Anspruch auf die Lieferung von physischem Gold - und zwar ein Gramm pro Anleihe - erwerben.
Dafür verlangt die Börse eine Gebühr von lediglich 0,357 Prozent, die dem Anleger analog zu Depotgebühren jährlich vom Konto abgezogen wird. Seit der Emission Ende 2007 ist die Anleihe um 20 Prozent gestiegen, was auch der Performance des Goldpreises entspricht.
Einfluss des US-DollarsDiese Punktlandung ist allerdings purer Zufall. Während der vergangenen gut 1,5 Jahre wich der Kursverlauf der Goldanleihe zum Teil deutlich von dem tatsächlichen Chart des Edelmetalls ab. Der Grund: Während der Goldpreis in US-Dollar berechnet wird, notiert Xetra-Gold in Euro, sodass die Entwicklung des Währungspaares einen erheblichen Einfluss auf die Performance hat.
Das ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil ein Anstieg des Goldpreises in der Vergangenheit oft mit einer Schwäche der US-Währung einherging. Und das führt dazu, dass die Besitzer von Goldanleihen, Gold-ETCs oder auch ungesicherten Goldzertifikaten von einem Preisanstieg des Edelmetalls nur unterdurchschnittlich profitieren können. Oder auch gar nicht.
So wie in den vergangenen drei Monaten, als der Goldpreis unter dem Strich rund fünf Prozent zulegen konnte, Xetra-Gold wegen des noch stärker gestiegenen Euro/Dollar-Kurses aber Verluste von rund acht Prozent verbuchte.
Teil 2: Zusatzperformance bei Dollarstärke
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FTD.de, 19.06.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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