Die Zentrale von Standard & Poor's in New York
S&P hatte in der vergangenen Woche praktisch allen Ländern in der Euro-Zone und damit auch Deutschland mit einer Herabstufung gedroht. Je besser die Bonitätsnote ist, desto billiger kann sich ein Land in der Regel Geld von Investoren leihen. Am Dienstag wiederholte die Ratingagentur ihre Warnung: Auf der Liste für ein potenzielles Downgrade stünden inzwischen 25 staatliche Schuldner und 42 Banken aus Europa.
Am Donnerstag Nachmittag hatte Spanien noch bei der letzten Anleihe-Emission des Jahres fast doppelt so viele Papiere am Markt platziert wie geplant. Das Finanzministerium nahm 6 Mrd. Euro auf, erwartet hatte Madrid maximal einen Kredit von 3,5 Mrd. Euro. Die Regierung profitierte von einer hohen Nachfrage und einem unerwartet kräftigen Rückgang der Refinanzierungskosten.
Spanien koppelt sich damit von seinem Schicksalsgenossen Italien ab. In den vergangenen Monaten waren die Refinanzierungskosten beider Länder kräftig gestiegen. Für die Platzierung von Fünfjahresanleihen zahlte Madrid am Donnerstag aber deutlich weniger als Rom einen Tag zuvor: Die spanische Durchschnittsrendite lag bei 4,02 Prozent. Für Investitionen in die italienischen Fünfjahrespapiere hatten Anleger eine Verzinsung von durchschnittlich 6,57 Prozent gefordert. Noch vor zwei Wochen hatte Spanien bei einer vergleichbaren Auktion immerhin 5,28 Prozent Rendite gezahlt.