Demnach haben insgesamt 60 Fonds von BVI-Gesellschaften 221 Mio. Euro in Madoff-infizierte Zielfonds investiert. Dabei sind Spezialfonds, die von institutionellen Kunden genutzt werden, mit 116 Mio. Euro betroffen und Publikumsfonds mit 105 Mio. Euro.
Der Schaden verteilt sich somit fast zu gleichen Teilen auf Profis und Privatanleger. Bislang standen die von Privatanlegern genutzten Dachfonds, die bis zu 40 Prozent ihrer Gelder dem Madoff-System anvertraut hatten, im Fokus. Die absoluten Summen der 50 betroffenen Publikumsfonds waren aber niedriger als die der zehn Spezialfonds.
Der Schaden für die deutsche Fondsbranche ist nach Ansicht des BVI relativ gering. Zum Vergleich: In Luxemburg und Irland waren in vier Fonds unter den Namen Thema US Equity und Herald US Absolute Return - jeweils in einer Euro- und einer Dollar-Tranche - insgesamt 1,6 Mrd. Euro investiert. In den USA liegt die Summe mit rund 50 Mrd. $ um ein Vielfaches höher.
Die in Spezial- und Publikumsfonds enthaltenden Anteile an den Thema- und Herald-Fonds machen nach Berechnungen der Branche 0,02 Prozent des Fondsvermögens der BVI-Gesellschaften aus. Nicht berücksichtigt sind dabei die Gelder, die Anleger direkt und nicht über Dachfonds in den Madoff-infizierten Investmentfonds investiert haben. Damit dürfte der Schaden für deutsche Fondskunden insgesamt deutlich höher liegen.