Michael Heise, Chefökonom der Allianz
Die Privatvermögen in vielen Problemstaaten reichten an die Höhe der Staatsschulden heran, erläuterte Heise. "Das sollte ein Anlass sein, die Krise besonnen zu betrachten und nicht in Panik zu verfallen", sagte der Chefsvolkswirt. "Es handelt sich um reiche Länder, die in der Lage sein sollten, das Geld aufzutreiben." Heise schlägt eine Vermögenssteuer für einen begrenzten Zeitraum vor.
Euro-Länder mit Schuldenproblemen wie Irland und Italien liegen im Allianz-Ranking nach Pro-Kopf-Bruttovermögen 2010 vor Deutschland. Die Bundesrepublik belegt mit Vermögen von rund 60.000 Euro pro Kopf Platz 17. Italien ist mit 60.818 Euro pro Person einen Rang darüber, Irland landet mit rund 64.000 Euro auf dem 14. Platz.
Die Regierung des italienischen Ministerpräsidenten
Silvio Berlusconi hat in der vergangenen Woche die Einführung einer Reichensteuer beschlossen. Entgegen den ursprünglichen Plänen greift sie aber erst bei einem Jahreseinkommen von mehr als 500.000 Euro.
Geldvermögen trotz Krise auf Rekordniveau
Unter den Vermögenden ganz oben stehen weiterhin die Schweizer, denen der starke Franken einen Wert von 207.000 Euro pro Kopf beschert. Mit großem Abstand folgen die USA und Japan mit je rund 112.000 Euro Vermögen pro Person. Das globale Bruttovermögen kletterte 2010 um 6,2 Prozent auf insgesamt 95.300 Mrd. Euro. Damit wird der Rekordwert des Jahres 2007 erstmals wieder übertroffen. Die Sparer in den untersuchten Ländern sind demnach so reich wie nie zuvor. In die Berechnungen fließt jedoch kein Immobilienbesitz ein, und die Zahlen sind nicht inflationsbereinigt.