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08.06.2011, 21:48
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Schuldenkrise:
Deutsche Banken lassen Griechen doch hängen
Exklusiv
Die Geldinstitute hierzulande sind nicht die größten Gläubiger Athens: Still und heimlich haben sie sich von fast einem Drittel ihrer griechischen Anleihen getrennt. Damit verstoßen sie gegen eine Vereinbarung mit Finanzminister Schäuble.
von André Kühnlenz Frankfurt
Entgegen ersten Meldungen haben sich deutsche Banken seit Anfang Mai 2010 von fast einem Drittel ihrer griechischen Anleihen getrennt. Das geht aus Bundesbankzahlen zu den Auslandforderungen der Institute gegenüber dem griechischen Staat hervor. Demnach hielten die Banken im Januar und Februar 2011 Anleihen Athens über 10,3 Mrd. Euro. Ende April 2010 waren es noch 16 Mrd. Euro gewesen.
Dabei tauchen allerdings seit Oktober 2010 Anleihen der Hypo Real Estate (HRE) über knapp 2 Mrd. Euro nicht mehr in der Statistik auf, sie waren in die Bad Bank des Instituts, die FMS Wertmanagement, übergegangen. Deutsche Banken trennten sich somit von rund 4 Mrd. Euro an griechischen Papieren.
Diese Ergebnisse widersprechen auf den ersten Blick den Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), wonach deutsche Geldhäuser bereits seit Sommer 2010 die größten Auslandsgläubiger Griechenlands unter den Banken sind. Nach Angaben der Bundesbank enthalten die Auslandsforderungen jedoch auch die vom Bund garantierten Darlehen der KfW im Rahmen des Hilfspakets an Griechenland.
Die Bundesbank liefert die deutschen Zahlen für die BIZ-Statistik. Damit waren Frankreichs Banken nach Währungsumrechnung Ende 2010 mit 11,2 Mrd. Euro (15 Mrd. Dollar) zusammen mit den deutschen Instituten die größten Bankgläubiger Athens aus dem Ausland. Hiesige Banken hielten Ende Dezember noch 11 Mrd. Euro an Griechenanleihen.
Der Rückgang der Anleihebestände in deutschen Geldhäusern zeigt, dass sich die hiesigen Institute nicht an eine Verabredung vom Mai 2010 gehalten haben. Nach einem Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatten sich der Chef der
Deutschen Bank ,
Josef Ackermann , und DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch in Namen der deutschen Kreditwirtschaft verpflichtet, griechische Staatsanleihen in ihren Beständen zu halten. Das sollte ein Beitrag zum ersten Rettungspaket für Griechenland sein. Damit steht auch infrage, ob freiwillige Zusagen der Banken beim zweiten Rettungspaket noch eine Rolle spielen können.
Teil 2: Spielraum für EU-Regierungen wird enger
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Aus der FTD vom 09.06.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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