FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Durststrecke für den Euro und kein Ende absehbar

Merken   Drucken   30.12.2011, 15:58 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Durststrecke für den Euro und kein Ende absehbar

Die Gemeinschaftswährung ist seit Beginn der Schuldenkrise um zehn Prozent gefallen. Die Aussichten für das nächste Jahr sind trübe: Weiten Teilen Europas droht eine Rezession.
Der Euro  beendet das Jahr 2011 mit einem kräftigen Verlust gegenüber dem Dollar. Nach zwei Jahren Euro-Krise hat die Gemeinschaftswährung rund zehn Prozent ihres Werts eingebüßt. Noch härter traf es den DAX : Der deutsche Leitindex verlor allein in diesem Jahr 15 Prozent. Auch 2012 erwarten Analysten alles andere als ein Kursfeuerwerk. "Die Gesamtlage spricht dafür, weiterhin vorsichtig zu bleiben", sagt Christian Jasperneite, Volkswirt bei MM Warburg, der Nachrichtenagentur Reuters.
Kursinformationen und Charts
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Neben der ungelösten Schuldenkrise lasten die Vorboten einer Rezession auf den Märkten. Zwar geht der Sachverständigenrat der Bundesregierung davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2012 um 0,5 Prozent wächst. Nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro ist ein Einbruch aber nicht auszuschließen: Wenn die Schuldenkrise eine Stagnation im Welthandel auslöse, sei "auch ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,5 Prozent möglich", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats der "Bild-Zeitung".
Entscheidend für das Schicksal der Euro-Zone dürfte die weitere Entwicklung in Italien sein. Seit dem Amtsantritt des neuen Ministerpräsidenten Mario Monti und der Verabschiedung eines 30 Mrd. Euro schweren Sparpakets sind die Refinanzierungskosten des hoch verschuldeten Landes zwar gesunken. Für einen Zehnjahreskredit zahlte Rom bei einer Anleiheauktion am Donnerstag aber immer noch 6,98 Prozent Zinsen - dieses Niveau gilt langfristig als untragbar.
Bundesanleihen, Treasuries und Gold profitieren
Das Misstrauen der Anleger spiegelt sich auch in der Kursrally deutscher und amerikanischer Staatsanleihen: Inhaber von Zehnjahresläufern beider Länder können sich in diesem Jahr über einen Gewinn von fast zehn Prozent freuen. Wegen ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft gelten die Bundesrepublik wie die USA vielen Anlegern als sicherer Hafen - obwohl die Ratingagentur Standard & Poor's den Vereinigten Staaten im August ihre Spitzenbonitätsnote "AAA" entzog.
Auch Gold profitierte von seinem Ruf als bombensichere Anlage, der Preis stieg um knapp zehn Prozent. Zuletzt gab der Kurs allerdings kräftig nach - da das Edelmetall in Dollar notiert ist, macht die Aufwertung des Greenback gegenüber dem Euro Gold für Anleger außerhalb der USA teurer. Das drückt die Nachfrage.
Den Investoren bleibt also nur die Hoffnung, dass das Neue Jahr doch noch eine Lösung der Schuldenkrise bringt. Bereits am 9. Januar will der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy laut Agenturberichten zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin reisen.
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  • FTD.de, 30.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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