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26.01.2012, 21:55
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Schuldenkrise:
Europas Krisenstaaten borgen sich billiges Geld
Der erste Test im neuen Jahr ist bestanden: Die Regierungen der Euro-Staaten können neue Schulden billiger aufnehmen. Selbst Irland wagt sich wieder an den Markt.
von André Kühnlenz Frankfurt
Kurz vor dem Monatsende zeichnet sich ab, dass die schuldengeplagten
Euro -Staaten den ersten wichtigen Test des neuen Jahres am Kapitalmarkt mit Bravour bestanden haben. Viele Regierungen können sich zu deutlich geringeren Zinsen Geld leihen als noch in den letzten Wochen 2011, was ihre Haushaltslage deutlich entspannt. Allein am Donnerstag borgte sich Italiens Regierung problemlos 4,5 Mrd. Euro.
Der Grund für die Erholung ist für die meisten Beobachter eindeutig. "Viele Banken dürften das Geld, das sie sich bei der EZB geliehen haben, in Staatsanleihen angelegt haben", sagte Jürgen Michels, Europachefvolkswirt bei der Citigroup. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 22. Dezember den Bankhäusern fast 500 Mrd. Euro für drei Jahre verliehen. Die Währungshüter gaben als Ziel aus, damit die Verspannungen am Interbankenmarkt zu lindern, wo viele Institute aus den südlichen Krisenländern kurzfristig kein Geld mehr von anderen Banken bekommen. Auch sollte damit verhindert werden, dass die Geldhäuser ihre Kreditvergabe an die Industrie einschränken.
EZB-Geldspritze wirkt: Renditen von Staatsanleihen seit 25.11.2011
Doch viele Regierungen hatten gehofft, dass die Liquiditätsspritze auch ihnen zugutekommt. Diese Wette scheint nun aufzugehen. "Haben viele Anleger die Wirkung der EZB-Milliarden zunächst unterschätzt, setzen viele mittlerweile fast zu euphorisch große Hoffnungen darauf, dass sie die Krise lösen könnten", sagte Michels.
So kommt die Euphorie und die Kauffreude der Banken den Euro-Ländern entgegen. Das ist umso wichtiger, als ihnen im Februar erneut kritische Momente bevorstehen. Allein Spanien und Italien müssen zusammen 70 Mrd. Euro an alten Anleihen tilgen und dafür mehr neue Staatsanleihen begeben als noch im jetzt zu Ende gehenden Monat.
Italiens Regierung verkaufte am Donnerstag zweijährige Staatsanleihen für 4,5 Mrd. Euro. Sie musste den Investoren dafür nur 3,76 Prozent Rendite bieten. Das ist der geringste Zins für Anleihen dieser Laufzeit seit August vergangenen Jahres. Noch Ende Dezember hatte die Verzinsung bei 4,85 Prozent gelegen.
Teil 2: Am Montag will Italien die gute Stimmung nutzen
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Aus der FTD vom 27.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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