Die Ratingagentur Moody's hat Spaniens Kreditwürdigkeit herabgestuft. Die Bonität Spaniens wurde von A3 auf Baa3 herabgesetzt, teilte die Ratingagentur am späten Mittwoch mit. Erst vor wenigen Tagen hatten die Euro-Finanzminister Spanien bis zu 100 Mrd. Euro für die Sanierung maroder Banken zugesagt. Moody's erwartete dadurch eine Vergrößerung der spanischen Schuldenlast sowie einen "sehr begrenzten" Zugang Spaniens zu den Finanzmärkten.
Immer deutlicher wird, wie sehr die Finanzmärkte an den am Samstag beschlossenen Hilfszahlungen für die maroden spanischen Banken zweifeln. Die Regierung in Madrid und die Euro-Partner kündigten nach einer hektisch einberufenen Telefonkonferenz an, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen wird. Bis zu 100 Mrd. Euro sollen aus den Krisenfonds EFSF oder ESM fließen, damit der angeschlagene spanische Finanzsektor saniert werden kann.
Spanien liegt mit der Herabstufung nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschniveau. Dort ist Zypern bereits angekommen. Die Bonität des Inselstaates wurde nun noch einmal um zwei Stufen von Ba1 auf Ba3 gesenkt. Zyprische Staatsanleihen gelten damit als spekulative Anlage; bei einer weiteren Verschlechterung der Lage ist demnach mit Ausfällen zu rechnen. Für beide Länder drohte Moody's am Mittwochabend eine weitere Herabstufung der Bonität an.
Am Dienstag hatte die wachsende Angst an den Finanzmärkten die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen auf Rekordstände getrieben. Viele Investoren zweifeln daran, ob das Land allein mit den geplanten Finanzhilfen für die Banken seine Schuldenkrise in den Griff bekommt.
Am Dienstag hatte zudem die Ratingagentur Fitch 18 spanische Geldhäusern herabgestuft. Bereits am Montag hatte die Ratingagentur die Kreditwürdigkeit von Banco Santander und BBVA gesenkt.
Spanische Papiere wurden am Dienstagnachmittag in der Spitze mit 6,857 Prozent verzinst. Erst vergangene Woche Donnerstag war die Rendite bis auf fast sechs Prozent gefallen. Anlass war die geglückte Auktion spanischer Staatspapiere im Volumen von 2,1 Mrd. Euro.
Kurz davor hatte Finanzminister Christóbal Montoro noch gesagt, das Land sei de facto vom Finanzmarkt ausgeschlossen. Deshalb war die Auktion und die fallende Rendite zunächst mit Erleichterung aufgenommen worden.
Die Unsicherheiten beim Verbleib Griechenlands in der Eurozone sind auch der Grund für die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Zyperns. Bei einem Austritt Griechenlands aus dem Währungsbund nehme die Wahrscheinlichkeit für weitere Hilfen der zyprischen Regierung an die angeschlagenen Banken des Lande zu, und das bei bereits angespannter Kassenlage, sagte Moody's. Die Bonität Zyperns bleibe unter Beobachtung, da das Risiko eines Euro-Austritts Griechenlands nach den Wahlen in Griechenland am kommenden Sonntag weiter steigen könnte.
Die zyprischen Banken sind eng mit den griechischen Geldhäusern verwoben. Anfang der Woche hatte die Regierung in Nikosia nicht ausschließen wollen, für die Banken ebenfalls Hilfen aus dem europäischen Rettungsschirm in Anspruch nehmen zu müssen. Bisher nehmen drei Eurostaaten - Griechenland, Portugal und Irland - internationale Finanzhilfen in Anspruch. Spanien wird seinen Antrag auf Bankenhilfe demnächst stellen.