Im konkreten Fall hatten die vielen Besuche von Anzugträgern auf ihrem Rangierbahnhof zwei Bahnarbeiter stutzig gemacht. Was war da los bei der Florida East Coast Railway, einem lokalem Zugbetreiber? Als einer der beiden Angestellten dann auch noch eine Liste über Lokomotiven, Waggons und Container anfertigen sollte, schlossen die Arbeiter: Das Unternehmen soll verkauft werden.
Der Zugtechniker und der Schienenarbeiter kratzten ihrer Erspanisse zusammen, liehen sich bei Verwandten Geld und setzten auf steigende Kurse ihres Arbeitgebers. Die Rechnung ging auf, denn im Mai 2007 griff tatsächlich eine Heuschrecke zu. Jetzt, drei Jahre später, zerrt die SEC die beiden wegen Insiderhandels vor Gericht. Die Begründung: Die Informationen waren nicht öffentlich.
Längst macht die US-Börsenaufsicht in ihren Ermittlungen wegen illegalen Aktienhandels nicht mehr bei Bankern und Managern halt. "Der illegale Insiderhandel greift um sich und nimmt zu", sagte auch der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara kürzlich bei einer Rede. Und: "Die Leute, die das System betrügen, kommen nicht mehr überwiegend von Firmen der Wall Street, sondern auch aus der normalen Industrie."