Sorge um den Dollar:Utah macht Gold zum offiziellen Zahlungsmittel
Angesichts der ausufernden Staatsschulden misstrauen konservative US-Amerikaner ihrer Währung: Sie fürchten Inflation. In mehreren Bundesstaaten nutzen sie ihre Macht, um gegen die verhasste Zentralregierung in Washington und die Notenbank Fed vorzugehen.
Der Dollar mag immer noch globale Leitwährung sein, doch vielen Amerikanern ist er nicht mehr geheuer. Mit Unbehagen sehen sie zu, wie die Zentralbank den Greenback wieder und wieder durch den Aufkauf von Staatsanleihen abwertet. Die USA stehen bei ihren Gläubigern tief in der Kreide – und ein niedriger Dollar-Kurs garantiert immerhin, dass der Schuldendienst niedrig bleibt.
Die Bürger dagegen fürchten, dass ihr Geld eines Tages nichts mehr wert ist. In mehreren Bundesstaaten wollen Politiker die Geldpolitik selbst in die Hand nehmen. Ihr Schlachtruf heißt: Zurück zum Gold!
Der Staat Utah will Gold als Zahlungsmittel legalisieren
Vorreiter ist der Weststaat Utah. Das Parlament in dem konservativen Mormonenstaat verabschiedete in diesem Monat ein Gesetz, das Gold und Silber als Zahlungsmittel legalisiert. Die Kaufkraft von Münzen wird dabei nicht nach ihrem Nennwert berechnet, sondern nach dem tatsächlichen Materialwert.
In dem Gesetz verbirgt sich auch ein attraktiver Sparplan: Steigt der Marktwert gehorteter Goldmünzen, sind Gewinne von der Kapitalertragsteuer ausgenommen. "Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die uns erlaubt, unsere Wirtschaft aufrechtzuerhalten, während der Wert des Dollar weiter sinkt", sagte der republikanische Abgeordnete Brad Galvez, der das Gesetz im Repräsentantenhaus von Utah eingebracht hatte.
Die Parlamentarier in Utah sind nicht allein mit ihrer Sorge, von der Verschwendungssucht in Washington ruiniert zu werden. 13 andere US-Bundesstaaten erwägen ähnliche Gesetze. In South Carolina forderte der Abgeordnete Mike Pitts sogar, dass der Dollar als Währung komplett abgeschafft werden solle. "Wenn die Bundesregierung weiter im gleichen Tempo wie bisher Geld ausgibt und wenn sie im gleichen Tempo wie bisher Geld druckt, wird unser Wirtschaftssystem kollabieren", ereiferte sich der Politiker aus dem Lager der populistischen Tea-Party-Bewegung, die eine Rückkehr zu den Werten der amerikanischen Gründerväter fordert. Die Deutschen hätten vor der Hyperinflation zur Zeit der Weimarer Republik auch nicht gedacht, dass ihr System zusammenbrechen würde. "Aber dann brauchte man eine Schubkarre Geld, um einen Laib Brot zu kaufen."
Die Salzpreise sollen damals übrigens auch ganz schön angestiegen sein. Immerhin dieses Problem wird man in Utah nicht haben. Und daher war der Vorschlag, in dem Staat rund um Amerikas größten Salzsee nun auch Salz als Zahlungsmittel einzuführen, nur als Witz gemeint.
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