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Merken   Drucken   26.04.2011, 12:07 Schriftgröße: AAA

Staatsfonds: China füllt Kriegskasse für Übernahmen

Peking will seine enorme Devisenreserve umschichten. Bislang steckt ein Großteil des Geldes in US-Staatsanleihen. Künftig soll das Engagement in Aktien und Rohstoffen verstärkt werden.
Der chinesische Staatsfonds China Investment Corp (CIC) soll mehr Geld für Unternehmensbeteiligungen im Ausland erhalten. Nach Informationen der Financial Times (FT) will Peking den Fonds mit frischen Mitteln in Höhe von 100 bis 200 Mrd. Dollar ausstatten. 110 Mrd. Dollar habe CIC bereits im Ausland angelegt, damit seien die für Offshore-Investitionen vorgesehenen Reserven aufgezehrt, berichtete die Zeitung am Dienstag.
Die Zentralbank in Peking soll die Mittel des Staatsfonds CIC ...   Die Zentralbank in Peking soll die Mittel des Staatsfonds CIC aufstocken
Der Staatsfonds war 2007 mit dem Ziel eingerichtet worden, einen Teil der chinesischen Devisenreserve in Aktien anzulegen. Damals belief sich die Reserve auf 1500 Mrd. Dollar, mittlerweile hat sich dieser Betrag verdoppelt.
Chinesische Unternehmen häufen durch ihre Exporte in alle Welt große Mengen an ausländischen Währungen auf, die sie bei der Notenbank in Peking in den heimischen Renminbi  zurücktauschen. Die dabei eingenommenen Fremdwährungen werden überwiegend von der Devisenbehörde Safe verwaltet. Ein Großteil der Mittel werden in US-Staatsanleihen investiert, Ende Februar saß China laut Schätzungen des US-Finanzministeriums auf Treasuries im Wert von 1154 Mrd. Dollar.
Die Papiere werfen allerdings nur eine geringe Rendite ab. Überdies ist ihr Marktwert in hohem Maße von der amerikanischen Geldpolitik abhängig. So könnten die Kurse fallen, wenn die US-Notenbank wie erwartet Ende Juni ihre milliardenschweren Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur beendet. Peking hat deshalb wiederholt angekündigt, seine Devisenreserve umschichten zu wollen.
Spezialfonds für Rohstoffe und Devisenhandel geplant
Neben einer Aufstockung des derzeit rund 300 Mrd. Dollar schweren Staatsfonds CIC erwägt Peking offenbar die Einrichtung neuer Vermögensverwaltungsgesellschaften. Geplant seien mindestens ein Fonds für Investitionen in Energierohstoffe und Edelmetalle sowie ein weiterer für den Devisenhandel, berichteten chinesische Zeitungen am Montag.
Interaktive Karte: Wo China in Europa investiert   Interaktive Karte: Wo China in Europa investiert
Bei seinen ersten Auslandsbeteiligungen erlitt China einige Rückschläge. CIC erwarb Ende 2007 für 5 Mrd. Dollar zehn Prozent der US-Bank Morgan Stanley , deren Aktienkurs während der Finanzkrise abstürzte. Ähnlich erging es dem Staatsfonds mit seiner Beteiligung an der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone .
Nach den schlechten Erfahrungen in der Finanzbranche setzte der Fonds verstärkt auf Rohstoffe und Energie. 2009 erwarb CIC unter anderem Anteile am kanadischen Metallhersteller Teck Resources und an der russischen Gruppe Nobel Oil.
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