In Deutschland steigen die Immobilienpreise. Eigentumswohnungen wurden 2011 rund vier Prozent teurer - und deutliches Plus gegenüber der Inflation von 2,3 Prozent. Nicht nur die gute Konjunktur treibt die Entwicklung, auch die Position Deutschlands als sicherer Hafen in der Euro-Krise saugt Geld aus dem In- und Ausland in den hiesigen Immobilienmarkt. Aus diesen Gründen rechnet die Deutsche Bank mit weiteren Preissteigerungen. Doch droht damit in Deutschland eine Blase?
Eine Überbewertung, wie man sie in Spanien gesehen hat? Hier geben viele Experten Entwarnung. "Zum jetzigen Stand sehen wir keine Anzeichen", sagt Alexander Koch, Volkswirt von Unicredit. Die Steigerungen seien vielmehr eine gesunde Entwicklung nach Jahren geringer Dynamik. Die nominalen Hauspreise gingen zwischen 2000 und 2005 um rund zehn Prozent zurück und stagnierten dann bis 2009.
Es folgte ein Anstieg von zwei bis drei Prozent pro Jahr. Es brauche schon deutlich größere Zuwachsraten, bis man von Überhitzung sprechen könne, so Koch. Er hat den deutschen Hausmarkt in vielerlei Hinsicht gecheckt: wie sich Größen und Preise im Vergleich zu Einkommen entwickeln, Kaufpreise im Vergleich zu Mietpreisen, der Bestand im Vergleich zur Haushaltszahl und Hypothekendarlehen im Vergleich zur Wirtschaftsentwicklung. "In all diesen Bereichen gibt es keine Alarmsignale", sagt Koch.
Ausnahme sind einzelne Großstädte. "In München kann man schon von einer leichten Überbewertung sprechen", sagt Konstantin Kholodilin, Forscher am DIW-Institut, der die Entwicklung speziell in Ballungszentren untersucht hat. Ganz ausschließen wollen die Experten eine Blase längerfristig allerdings nicht. "Die Preise könnten außer Kontrolle geraten, wenn Investoren aufgrund der Befürchtung eines Euro -Zerfalls den Markt überfluten", warnen die Ökonomen der Deutschen Bank.