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Merken   Drucken   12.12.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Total-Return-Fonds: Versprechen auf absolute Rendite

Absolute-Return-Fonds gewinnen in der Vermögensverwaltung immer mehr Anhänger. Denn sie versprechen planbare Erträge - unabhängig von der allgemeinen Börsenlage. von Olaf Wittrock
Das Leistungsversprechen von Total-Return-Fonds ist schnell beschrieben: "Geldmarkt plus x" heißt die Zielrendite, die Anbieter regelmäßig vorgeben, und das möglichst ohne allzu große Schwankungen - und ohne höhere Verlustrisiken einzugehen.
In Börsenzeiten wie diesen, in denen weder auf Aktien noch auf Anleihen Verlass ist, sind alle Fonds dieser Kategorie gefragt: Allein zwischen Jahresanfang und Ende September kamen laut Statistiken des Bundesverbands Investment und Asset Management 126 neue Fonds dieser Art auf den Markt.
Zugleich stehen die Fondsmanager vor einer harten Bewährungsprobe. Denn die Verlustvermeidung, der sie sich verschrieben haben, ist zuletzt kaum einem Anbieter gelungen. Von 233 Fonds, die das Fondsratinghaus Morningstar in der Kategorie "Absolute Return" erfasst, stehen im Einjahresvergleich nur 90 im Plus, und nur 31 erreichten eine Rendite von mehr als 3,5 Prozent, dem aktuellen Übernachtzins auf dem Interbanken-Geldmarkt.
Mehr als 85 Prozent der Fonds scheiterten in den Börsenturbulenzen also an ihren selbst gesteckten Zielen.
Hedgefonds-ähnliche Strategien
Einen gemeinsamen Grund dafür zu finden, fällt schwer - denn die Anbieter arbeiten nach ganz unterschiedlichen Kriterien. So verbergen sich hinter manchen "Absolute-Return"-Fonds geldmarktnahe oder einfache Rentenfonds. Andere Gesellschaften versuchen, allgemeine Kurssteigerungen oder -verluste aus der Geldanlage herauszufiltern, so dass der reine Mehr- oder Minderertrag einzelner Aktien bestehen bleibt - das so genannte Alpha.
Dazu handeln sie ähnlich wie Hedgefonds, mit Hilfe von Long-Short-Strategien: Sie kaufen also zum Beispiel bestimmte Aktien vom US-Markt ein, spekulieren aber zugleich auf Kursverluste des Gesamtmarktes. "In normalen Marktphasen bleibt dann der reine Mehrertrag der Einzeltitel", erklärt Markus Kohl, Geschäftsführer der Wolfgang Mayr Vermögensverwaltung in München, das Prinzip. "Und das bei einem klaren und nachvollziehbaren Rendite- und Risikoziel."
Nun sind freilich viele der aktuellen Kursstellungen nicht nach normalen Maßstäben zu beurteilen - und genau darin sieht Kohl das Problem für die an sich sinnvolle Strategie. "An den Aktienmärkten tauchen momentan extreme Anomalien auf, die wir so vorher noch nie gesehen haben", sagt Kohl - und dagegen sei für aktive Manager, die Geld nicht parken wollen, bis sich die Kurse wieder beruhigen, kaum etwas zu machen. Den "Diversified Alpha"-Fonds, der nach dem skizzierten Long-Short-Prinzip arbeitete, hat die Wolfgang Mayr Vermögensverwaltung daher im Frühjahr geschlossen.
Interesse der Anleger steigt
Andere Anbieter sind auf dem Markt geblieben - oder haben das Portfolio an Absolute-Ruturn"-Produkten sogar ausgebaut. So vertreibt zum Beispiel die Schweizer Bank Julius Bär neben dem "Absolute Return Bond Fund" und einem "Absolute Return Bond Fund Plus" seit Anfang 2008 auch einen "Absolute Return Emerging Bond Fund" in Deutschland.
"Investoren wenden sich vermehrt Absolute-Return-Strategien als Alternative zu traditionellen festverzinslichen Anlagen zu", sagt Fondsmanager Tim Haywood. Für ihn verbinden die Fonds ein "breit abgestütztes Ertragsprofil" mit einem "ausreichend flexiblen Anlagerahmen" - und das soll sie gegenüber Rentenfonds überlegen machen.
Auch hier sind Derivate im Spiel, mit denen Haywood mittelfristig zwei bis vier Prozentpunkte Zusatzertrag gegenüber dem Euro- beziehungsweise US-Geldmarkt erwirtschaften will. Um etwa ein Prozent über den Geldmarktzinsen liegen die drei Fonds immerhin derzeit.

Teil 2: Offensive Strategie bringt Mehrertrag

  • FTD.de, 12.12.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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