Hedgefonds-ähnliche StrategienEinen gemeinsamen Grund dafür zu finden, fällt schwer - denn die Anbieter arbeiten nach ganz unterschiedlichen Kriterien. So verbergen sich hinter manchen "Absolute-Return"-Fonds geldmarktnahe oder einfache Rentenfonds. Andere Gesellschaften versuchen, allgemeine Kurssteigerungen oder -verluste aus der Geldanlage herauszufiltern, so dass der reine Mehr- oder Minderertrag einzelner Aktien bestehen bleibt - das so genannte Alpha.
Dazu handeln sie ähnlich wie Hedgefonds, mit Hilfe von Long-Short-Strategien: Sie kaufen also zum Beispiel bestimmte Aktien vom US-Markt ein, spekulieren aber zugleich auf Kursverluste des Gesamtmarktes. "In normalen Marktphasen bleibt dann der reine Mehrertrag der Einzeltitel", erklärt Markus Kohl, Geschäftsführer der Wolfgang Mayr Vermögensverwaltung in München, das Prinzip. "Und das bei einem klaren und nachvollziehbaren Rendite- und Risikoziel."
Nun sind freilich viele der aktuellen Kursstellungen nicht nach normalen Maßstäben zu beurteilen - und genau darin sieht Kohl das Problem für die an sich sinnvolle Strategie. "An den Aktienmärkten tauchen momentan extreme Anomalien auf, die wir so vorher noch nie gesehen haben", sagt Kohl - und dagegen sei für aktive Manager, die Geld nicht parken wollen, bis sich die Kurse wieder beruhigen, kaum etwas zu machen. Den "Diversified Alpha"-Fonds, der nach dem skizzierten Long-Short-Prinzip arbeitete, hat die Wolfgang Mayr Vermögensverwaltung daher im Frühjahr geschlossen.