Die Internetparty an den Börsen geht weiter: Die russische Suchmaschine Yandex überflügelte an ihrem Börsendebüt zeitweise sogar den Börsenwert der Lufthansa. Das Papier war angeblich 17-fach überzeichnet.
Im Sog der aktuellen Euphorie um junge Internetfirmen ist der russischen Suchmaschine Yandex der größte Börsengang der Branche seit Google vor sieben Jahren gelungen. An der US-Technologiebörse Nasdaq sammelte die beliebteste Suchmaschine Russlands 1,3 Mrd. Dollar ein und damit deutlich mehr als zunächst erwartet.
Bei ihrem Debüt am Dienstag kletterte die Aktie des Webportals um 40 Prozent in die Höhe - zwischenzeitlich sogar über 68 Prozent. Mit diesem Kurssprung war Yandex sogar über 11 Mrd. Dollar wert - mehr als etwa die Lufthansa. Nach dem Karrierenetzwerk Linkedin - mit einem Kurssprung von mehr als 100 Prozent am ersten Tag - waren die Erwartungen an die Kursentwicklung von Yandex groß.
Gleichzeitig schürt der Nachfrageboom die Sorge vor einer neuen Internetblase. Zehn Jahre nach dem jähen Ende des Höhenflugs an Nasdaq und Neuem Markt erzielen Firmen unabhängig von Gewinnen wieder Bewertungen in Milliardenhöhe.
Der Hype um Internetfirmen spülte den Yandex-Eigentümern fast 20 Prozent mehr in die Taschen als zunächst geplant. Neben der Sogwirkung der explodierenden Kurse bei Linkedin ließen vor allem die Aussichten auf dem wachsenden Internetmarkt Russlands Investoren nach den Papieren greifen. Yandex und seine Teilhaber verkauften 52,2 Millionen Aktien zu 25 Dollar je Papier. Ursprünglich waren lediglich 20 bis 22 Dollar angepeilt. Kreisen zufolge war die Nachfrage 17-fach überzeichnet. Zeitweise war sogar ein noch höherer Ausgabepreis im Gespräch.
Yandex gilt als Google von Russland und kommt bei Suchanfragen auf einen Marktanteil von 65 Prozent - das ist rund dreimal soviel wie der Anteil von Google in dem Land. Im vergangenen Jahr erzielte die 1997 gegründete Firma einen Ergebnissprung von 90 Prozent auf 135 Mio. Dollar bei einem Umsatzanstieg von über 40 Prozent auf 445 Mio. Dollar. Die Bewertung von Yandex liegt bei dem 18-fachen Wert der Umsätze. Linkedin kommt sogar auf eine Bewertung des 34-fachen Umsatzes, während Google-Papiere nur noch weniger als das sechsfache der Umsätze im Jahr 2010 wert sind.
Experten hatten vor dem Börsenstart bereits mit deutlichen Kursaufschlägen gerechnet. "Ich weiß nicht, ob es so einen gewaltigen Knall gibt wie bei Linkedin", sagte Darren Fabric von der Ipo Investmentfirma Ipox Schuster. Aber die Papiere sollten "ziemlich ordentlich" laufen.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.
Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?
Seit der Erstnotiz ging der Kurs der Facebook-Aktie Tag für Tag nach unten. Erstmals erzielt das Papier nun einen Tagesgewinn. Neue Daten zum Streubesitz der Aktie lassen aber nichts Gutes vermuten. mehr
Dass ein Unternehmen wie Facebook aus einem Börsengang finanziell das Maximale herausholen will, ist verständlich. Doch die Investmentbanker von Morgan Stanley hätten Mark Zuckerberg bremsen müssen. Sie machten gleich mehrere Fehler. mehr
Am Abend treffen sich die EU-Staats- und -Regierungschefs, um über Konjunktur und Eurobonds zu beraten. Davor zeigt sich: Die Anleger flüchten in die Sicherheit Deutschlands. Die Kurse deutscher Staatsanleihen steigen auf Rekordwerte. mehr
Das Börsendebüt von Facebook beschert nicht nur den Aktionären hohe Verluste. Auch deutsche Derivateanleger können mit dem Investment bislang nicht zufrieden sein. mehr
Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.
Der Börsenbetreiber NYSE versucht, Facebook von der Nasdaq wegzulocken. Dabei sind die Qualitätsunterschiede zwischen den Rivalen minimal. Ein Vergleich. mehr
Nicht nur die USA selbst, auch die Banken des Landes glänzen nicht mehr mit bester Bonität. Sollten Moody's oder S&P den Daumen senken, würde das Milliarden kosten. Die Investmentbank Morgan Stanley hat schon mal vorsorglich ermittelt, wie viele. mehr
Mit einem riesigen Fonds will Tokio neue Techniken unterstützen. Über eine Investitionskapazität von rund 18,6 Mrd. Euro verfügt INCJ. Doch das Geld kommt nicht nur kleinen Firmen zugute, sondern auch Großkonzernen mit nennenswertem Eigenkapital. mehr
Die Lage der US-Banken bessert sich: Im ersten Quartal steigen die Gewinne auf Vorkrisenniveau. Die Schuldenkrise in Europa tangiert die Branche kaum. mehr
Sie bieten Fahrspaß und Werterhalt: Youngtimer werden als Anlageobjekte immer beliebter. Am besten laufen derzeit Sondermodelle und Cabrios mit starker Motorisierung - und der Citroën 2CV, die Ente. mehr
In beinahe jedem Mietvertrag steht, dass die Renovierung Sache des Mieters ist. Viele dieser Klauseln hat der Bundesgerichtshof jedoch zuletzt gekippt - und damit Millionen von Mietern das Streichen erspart. FTD-Online erklärt die Rechtslage mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!