| Verhalten und Gefühle |
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So bewegte Zeiten hat die Wall Street seit 2008 nicht mehr gesehen. Im Zickzackkurs stürzte der Leitindex Dow Jones vergangene Woche gleich um mehrere Prozentpunkte ab und legte fast ebenso viel wieder zu. Woher rühren diese extremen Kurssprünge? Sicher, da gab es die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Auch wurde die Anhebung der Schuldengrenze erst zwei Tage vor Ablauf der Frist beschlossen. Aber dass die größte Volkswirtschaft ein Schuldenproblem hat, dürfte ja keine Neuigkeit mehr gewesen sein. Und auch, dass die Euro-Zone in einer Krise steckt. Rational lässt sich das Auf und Ab kaum erklären. Einen Ansatz liefert die Verhaltensökonomie: "Würden sich wirklich alle Investoren wie sogenannte rationale Agenten verhalten, wären die durchschnittlichen Renditen und auch die Volatilität der Kurse insgesamt viel geringer", sagt Thomas Mertens, Professor an der New York University mit dem Schwerpunkt Behavioral Finance. In seiner jüngsten Studie kommt er zu dem Ergebnis, dass schon geringe Abweichungen vom idealtypischen Verhalten eines Händlers, etwa aufgrund von Gefühlsschwankungen, andere Preise zur Folge haben. Abneigung gegen Unsicherheit Hinzu komme der allgemeine Herdentrieb: "Häufig warten Investoren auch ab, wie andere die Daten interpretieren", sagt Mertens. "Wenn die Aktienpreise fallen, ist das für manche dann schon der Anlass, selbst zu verkaufen." Denn das könne ja bedeuten, dass andere negative Informationen haben. Zudem überschlügen sich Trends häufig: Stiegen die Kurse, setzten Investoren darauf, dass dies noch länger anhalte, und kauften weiter - genauso aber auch in umgekehrter Richtung. |