Der verpatzte Debüt der Facebook-Aktie hat den Markt für Hightech-Börsengänge in eine Schockstarre versetzt, jetzt geben zwei kleine Unternehmen der Branche Hoffnung. Die Aktien der Reisewebsite Kayakund der IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks verbuchten beim Handelsauftakt am Freitag kräftige Zuwächse.
Beide Börsengänge waren allerdings ungleich kleiner als Facebooks Mega-Platzierung. Dennoch zeigen die beiden erfolgreichen Börsenstarts, dass die Anleger zwei Monate nach dem Facebook-Debakel wieder bereit sind, Geld in Tech-Aktien zu stecken. Der erfolgreiche Börsengang des Softwareanbieters Service Now im Juni hat die Stimmung im Hightech-Sektor wieder angehoben. Die beiden starken Debüts vom Freitag sind auch ein Erfolg für die angeschlagene Investmentbank Morgan Stanley . Die hatte sich als Konsortialführer des Facebook-Börsengangs blamiert. Nun brachte sie sowohl Kayak als auch Palo Alto erfolgreich an die Börse - und auch für Service Now zeichnete Morgan Stanlely verantwortlich.
Für Kayak ist das IPO wie eine Erlösung: Das Unternehmen wollte eigentlich kurz nach Facebook an die Börse gehen und musste die Aktienplatzierung angesichts der schlechten Stimmung verschieben. Die Reisewebsite hatte schon seit November 2010 auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet.
Am Freitag sprang der Kurs der Kayak-Aktie an der Nasdaq nun um 27,62 Prozent auf 33,18 Dollar hoch. Das Unternehmen hatte 3,5 Millionen Anteilsscheine zu einem Ausgabepreis von 26 Dollar auf den Markt gebracht. Für das Papier von Palo Alto Networks, das an der New York Stock Exchange notiert, ging es um 26,50 Prozent auf 53,13 Dollar nach oben. Der Spezialist für Netzwerk-Sicherheit platzierte 6,2 Millionen Aktien zu je 42 Dollar.
Beim Facebook-Börsengang Mitte Mai hatten hingegen rund 421 Millionen Anteilsscheine den Besitzer gewechselt und die Alteigentümer nahmen 16 Milliarden Dollar ein. Allerdings haben das weltgrößte Online-Netzwerk und die Banken das Angebot offensichtlich deutlich über die Nachfrage hinaus aufgeblasen. Die Aktie konnte den Ausgabepreis von 38 Dollar nicht lange halten und stürzte ab. Am Freitag kostete das Papier 28,76 Dollar.
FTD/DPA/Bloomberg