Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) könnte nominale Grenzwerte für Inflation und Arbeitslosigkeit einführen, die als Leitlinien für ihre weitere Geldpolitik dienen würden. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung von Mitte September hervor. Demnach herrschte innerhalb der US-Notenbank großes Einvernehmen in der Einschätzung, dass angesichts des mageren Wirtschaftswachstums weitere Maßnahmen zur Konjunkturbelebung ergriffen werden sollten.
Zuspruch habe zudem ein Vorschlag des Vorsitzenden der Federal Reserve von Chicago, Charles Evans, erhalten. Demnach soll die Fed die Inflation notfalls auf bis zu drei Prozent ansteigen lassen, solange die Arbeitslosenquote nicht unter sieben Prozent falle.
Die US-Notenbank hatte im vergangenen Monat eine weitere Runde von Anleihekäufen angekündigt. Fed-Chef Ben Bernanke verteidigte das umstrittene Programm kürzlich gegen Kritik vor allem aus den Reihen der Republikaner. Angesichts der ungewöhnlich schwachen Wirtschaftsentwicklung habe sich die Fed zu ungewöhnlichen Schritten gezwungen gesehen, um ihrem Ziel von mehr Wachstum und damit auch Beschäftigung gerecht zu werden.
Die Arbeitslosigkeit und die Konjunkturentwicklung gehören zu den Top-Themen im laufenden Präsidentschaftswahlkampf. Vor allem die oppositionellen Republikaner haben das Anleihenkaufprogramm der Fed kritisiert.