S&P hat die USA zurückgestuft und bewertet sie nur noch mit der zweitbesten Note "AA+", weil nicht absehbar sei, dass die Schuldenlast ab der Mitte des Jahrzehnts sinken wird, teilte die Agentur am Freitag mit.
Im Gegensatz dazu erwartet S&P bei den anderen verbliebenen wichtigen Staaten mit "AAA"-Rating, dass die Schulden gemessen an der Wirtschaftsleistung ab 2015 sinken werden. Daher seien die Bonitätbewertungen von Deutschland, Frankreich, Kanada und Großbritannien derzeit nicht in Gefahr - auch wenn teilweise die Schulden noch kräftig bis zur Mitte des Jahrzehnts steigen sollten.
Dabei dürfte der Abwertungsreigen für die USA noch zumindest bei S&P lange nicht vorüber sein: "Wir glauben, dass das Risiko einer weiteren Herabstufung nicht unerheblich ist", sagte Harm Bandholz, US-Chefökonom bei der italienischen Großbank Unicredit in New York. S&P hatte die Bonität des Landes zudem mit einem negativen Ausblick versehen, was bedeutet, dass weitere Schritte innerhalb von zwei Jahren folgen können. S&P denke im Moment lediglich über diese zwei Bewertungen nach, sagte Bandholz: "AA+" und "AA".
"Das Triple-A scheint also endgültig weg zu sein", sagte der Ökonom. Er verweist darauf, dass ein "AA"-Rating immer noch heißt, dass der Anleihenemittent eine sehr starke Kapazität zur Einhaltung der finanziellen Verbindlichkeiten habe. "Letztendlich ist kein institutioneller Investor dazu gezwungen, seine US-Staatsanleihen wegen bestimmter Regeln zu verkaufen, nur weil das US-Rating ein bisschen auf ,AA+‘ gesenkt wurde", sagte Bandholz.