Die Ratingagentur bewertet die Staatsanleihen nur noch mit "A2" - mit negativem Ausblick. Moody's warnt davor, dass der Druck auf die Kreditwürdigkeit der meisten Euro-Staaten wächst. Ministerpräsident Berlusconi bleibt gelassen, der Euro auch.
Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote Italiens um drei Stufen gesenkt. Die Bonitätswächter begründeten die Herabstufung von "Aa2" auf "A2" am Dienstag mit wirtschaftlichen und ökonomischen Unsicherheiten. Die Risiken für die italienische Wirtschaft seien gestiegen. Moody's warnte zudem vor weiteren Herabstufungen, indem die Agentur das Rating mit einem negativen Ausblick versah. Auch anderen Ländern der Euro-Zone drohen der Agentur zufolge weitere Herabstufungen.
Der Euro gab in Folge der Ankündigung von Moody's zum Dollar nach, erholte sich aber später wieder. Am Mittwochmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,3320 US-Dollar und damit sogar etwas mehr als am Vorabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7508 Euro wert.
Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte, die Herabstufung sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen.
Ende September hatte bereits Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens um eine Stufe auf "A" herabgesetzt. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1900 Mrd. Euro. Das entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - daran gemessen ist nur Griechenland in der Euro-Zone höher verschuldet.
Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Rom ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent fallen. 2013 wird ein ausgeglichener Haushalt angepeilt. Dennoch misstrauen Investoren der Regierung: Sie muss für die Aufnahme frischer Kredite an den Finanzmärkten so hohe Zinsen zahlen wie seit Einführung des Euro nicht mehr.
"Das ungewisse Marktumfeld sowie das Risiko einer weiteren Eintrübung der Investorenstimmung könnte den Zugang des Landes zu den Anleihemärkten behindern", teilte Moody's mit. Falls es eine längerfristige Ungewissheit über die Verfügbarkeit externer Finanzierungsquellen gebe, könne sich die Kreditwürdigkeit Italiens daher noch deutlich verschlechtern, auch wenn die Gefahr eines Zahlungsausfalls bislang sehr gering sei.
Mit Blick auf die gesamte Euro-Zone teilte Moody's mit, der Druck auf die Bonitäten der Länder habe seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Mit Ausnahme der finanzkräftigsten Schuldner würden voraussichtlich alle Länder einen anhaltenden negativen Druck auf ihre Ratings verspüren. Derzeit jedoch gebe es noch keine unmittelbare Gefahr für Länder mit der Bestnote "Aaa" - darunter Deutschland.
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