An dieser Stelle berichtet Jens Korte, einer der bekanntesten deutschen Wall-Street-Reporter, jede Woche exklusiv für die FTD von der wichtigsten Börse der Welt.
Gute Handwerker sind rar in den in den Vereinigten Staaten, das beklagt auch die Industrie. Der US-Präsident hat Siemens deshalb zum leuchtenden Beispiel auserkoren - und damit die duale Ausbildung, wie es sie in Deutschland gibt. von Jens Korte
Jens Korte schreibt als Wall-Street-Korrespondent für die FTD.
Es ist nicht leicht, in New York einen guten Handwerker zu finden. Kürzlich bei einem Wasserschaden probierte der Installateur, ein Rohr mit einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern durch ein 15 Zentimeter breites Loch zu pressen. Am Ende griff der "Fachmann" zu Hammer und Meißel und schlug die Backsteine ab.
Jens Korte
Was sich im Kleinen teils mit Improvisation noch beheben lässt, das führt im Großen zu massivem Jobschwund. Bei seiner Rede zur Lage der Nation rechnete Barack Obama vor, dass in wachsenden Industriezweigen nur jede zweite angebotene Stelle besetzt werden kann. Das beklagen Großkonzerne wie General Electric schon seit Langem. Sie würden ja gerne in Amerika produzieren, sagen sie. Aber es fehlen die geschulten Fachkräfte. Und wer hat Schuld?
Aus der Industrie kommt immer die gleiche Antwort: Washington. Doch der US-Präsident hat ein deutsches Unternehmen als Vorbild auserkoren, wie es besser geht. Siemens arbeitet in North Carolina mit einem College zusammen und bildet dort Nachwuchs an Lasern aus. Das Resultat: besser trainierte Schulabgänger und qualifiziertere Arbeitskräfte. Eine Win-win-Situation. Duale Ausbildung nennt man das in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Es ist eine der großen Herausforderungen für das mächtigste Land der Welt, das bei einem Großteil der Bevölkerung durchaus vorhandene Kreativpotential nutzbar zu machen. Laut jüngsten Studien ist der in den vergangenen 30 Jahren zusätzlich geschaffene Wohlstand an den oberen 20 Prozent der US-Bevölkerung hängen geblieben. Für die Masse hat sich die Lage nicht verbessert. Kommt zu uns, hier gibt es mindestens 105.000 Dollar pro Jahr, lockt die Öl- und Erdgaslobby. Auch Barack Obama setzt im Moment auf Jobs im Öl- und Gassektor. Und so ist wohl vorerst nicht damit zu rechnen, dass das Modell Siemens im großen Stil Schule machen wird.
Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics
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Die Einfärbungen der einzelnen Bundesstaaten basieren auf den Arbeitslosenquoten des Monats Dezember 2011.
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