Der Wechselkurs zwischen Renminbi und Dollar sorgt schon lange für Streit
International werden die enormen chinesischen Reserven nicht nur wegen des wachsenden Einflusses des Staatsfonds mit Sorge beobachtet. Die chinesischen Milliarden-Investitionen in US-Staatsanleihen tragen dazu bei, die Zinsen in den Vereinigten Staaten niedrig zu halten. Indirekt finanziert China damit die hohe Verschuldung von Regierung und Verbrauchern in den USA.
Außerdem liefert der Rekordanstieg neuen Zündstoff für den Streit über die chinesische Währungspolitik. Die Finanzminister der 20 größten Wirtschaftsmächte (G20) kommen am Donnerstagabend zu Beratungen in Washington zusammen. Die USA und die EU werfen China seit langem vor, den Wechselkurs des Renminbi künstlich niedrig zu halten, um seinen Exporteuren auf dem Weltmarkt einen Preisvorteil zu verschaffen. Allerdings wurden im ersten Quartal dieses Jahres mehr Waren nach China ein- als ausgeführt - zum ersten Mal seit sieben Jahren.
Die chinesische Führung hat als Konsequenz aus der weltweiten Krise angekündigt, sie wolle die Abhängigkeit der heimischen Wirtschaft von Exporten mindern und den Binnenkonsum stärken. Bereits im Juni vergangenen Jahres wurde die feste Bindung des Renminbi an den Dollar gelockert, seither ließ die Zentralbank die Landeswährung um rund 4,5 Prozent aufwerten. Damit werden ausländische Produkte für chinesische Unternehmen und Verbraucher günstiger. Die Aufwertung leistet damit gleichzeitig einen Beitrag zum Kampf gegen die Inflation.
Inflationsdruck steigt
Medienberichten zufolge stieg die Teuerungsrate im März dennoch auf 5,3 bis 5,4 Prozent - das wäre der höchste Stand in 32 Monaten. Auch die von der Zentralbank veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft noch nicht gebannt ist: Die Kreditvergabe der chinesischen Banken stieg im März um 143 Mrd. Yuan auf 679 Mrd. Yuan (72 Mrd. Euro). Das Gesamtvolumen an ausstehenden Darlehen lag Ende März um 18 Prozent über dem Vorjahresniveau.