FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Chinas Devisenreserve erstmals über 3000 Mrd. Dollar

Merken   Drucken   14.04.2011, 12:47 Schriftgröße: AAA

Zweischneidiger Rekord: Chinas Devisenreserve erstmals über 3000 Mrd. Dollar

Der Rekord liefert neuen Zündstoff für die Debatte über die Währungspolitik des Exportweltmeisters. Aber auch für die Volksrepublik selbst ist die Zahl keine gute Nachricht: Die wachsende Geldmenge erschwert den Kampf gegen die Inflation.
Die chinesische Devisenreserve ist auf den Rekordwert von 3045 Mrd. Dollar (2100 Mrd. Euro) angeschwollen. Das teilte die Zentralbank in Peking am Donnerstag mit. Chinesische Unternehmen häufen durch ihre Exporte in alle Welt große Mengen an ausländischen Währungen auf, die sie bei der Notenbank in den heimischen Renminbi  zurücktauschen. Deshalb verfügt China schon lange über die größte Devisenreserve der Welt. Genutzt wird sie unter anderem für Investitionen in Europa. So bestätigten Regierungskreise am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, dass der chinesische Staatsfonds CIC über ein Engagement im spanischen Bankensektor nachdenkt.
Der Wechselkurs zwischen Renminbi und Dollar sorgt schon lange für ...   Der Wechselkurs zwischen Renminbi und Dollar sorgt schon lange für Streit
International werden die enormen chinesischen Reserven nicht nur wegen des wachsenden Einflusses des Staatsfonds mit Sorge beobachtet. Die chinesischen Milliarden-Investitionen in US-Staatsanleihen tragen dazu bei, die Zinsen in den Vereinigten Staaten niedrig zu halten. Indirekt finanziert China damit die hohe Verschuldung von Regierung und Verbrauchern in den USA.
Außerdem liefert der Rekordanstieg neuen Zündstoff für den Streit über die chinesische Währungspolitik. Die Finanzminister der 20 größten Wirtschaftsmächte (G20) kommen am Donnerstagabend zu Beratungen in Washington zusammen. Die USA und die EU werfen China seit langem vor, den Wechselkurs des Renminbi künstlich niedrig zu halten, um seinen Exporteuren auf dem Weltmarkt einen Preisvorteil zu verschaffen. Allerdings wurden im ersten Quartal dieses Jahres mehr Waren nach China ein- als ausgeführt - zum ersten Mal seit sieben Jahren.
Die chinesische Führung hat als Konsequenz aus der weltweiten Krise angekündigt, sie wolle die Abhängigkeit der heimischen Wirtschaft von Exporten mindern und den Binnenkonsum stärken. Bereits im Juni vergangenen Jahres wurde die feste Bindung des Renminbi an den Dollar gelockert, seither ließ die Zentralbank die Landeswährung um rund 4,5 Prozent aufwerten. Damit werden ausländische Produkte für chinesische Unternehmen und Verbraucher günstiger. Die Aufwertung leistet damit gleichzeitig einen Beitrag zum Kampf gegen die Inflation.
Inflationsdruck steigt
Medienberichten zufolge stieg die Teuerungsrate im März dennoch auf 5,3 bis 5,4 Prozent - das wäre der höchste Stand in 32 Monaten. Auch die von der Zentralbank veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft noch nicht gebannt ist: Die Kreditvergabe der chinesischen Banken stieg im März um 143 Mrd. Yuan auf 679 Mrd. Yuan (72 Mrd. Euro). Das Gesamtvolumen an ausstehenden Darlehen lag Ende März um 18 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die neuen Zahlen schürten auf den Märkten die Befürchtung, dass die chinesische Notenbank ihre Geldpolitik weiter straffen wird. Sollte sie ihren Leitzins nach vier Erhöhungen in den vergangenen sieben Monaten erneut anheben, könnte dies die Nachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt dämpfen. Der chinesische Leitindex Shanghai Composite schloss bei 3043 Punkten um 0,3 Prozent im Minus. Auch der DAX  und der britische FTSE 100  starteten mit leichten Verlusten in den Handel.
  • FTD.de, 14.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6315,89  [30.14 +0,48%
  Euro Stoxx 50 2156,52  [22.47 +1,05%
  Dow Jones 12529,75  [33.6 +0,27%
  Nasdaq Composite 2839,38  [-10.74 -0,38%
  Euro 1,25324 USD  [-0.00025 -0,02%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

FTD-SPEZIAL: FINANZKOMMUNIKATION

mehr FTD-Spezial: Finanzkommunikation

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote