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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   16.09.2008, 21:51 Schriftgröße: AAA

Zwischenhoch für Zinsen: Absahnen in der Krise  

Was vor ein, zwei Jahren kaum ein Finanzmarktexperte für möglich gehalten hätte, ist bittere Realität geworden: In den USA brechen nun auch die ganz großen Bankhäuser ein. Für Anleger, die nicht gerade in Aktien aus der Finanzindustrie investiert haben, hat die Bankenkrise aber allen Horrormeldungen zum Trotz auch ihr Gutes. von Olaf Wittrock (Köln)
Denn bei vielen Banken ist das Geld knapp - nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Selbst nachdem die Europäische Zentralbank milliardenschwere Liquiditätstranchen in das System gepumpt hat, um die größten Engpässe zu beheben, suchen die Institute dringend nach Geldgebern und zapfen dazu auch Kleinsparer an.
"Die Zinssätze für Tages- und Festgelder sind seit Beginn der Finanzkrise deutlich gestiegen", bestätigt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung aus Frankfurt. Gerade hat die niederländische Credit Europe Bank den Tagesgeldzins für Neukunden auf 5,75 Prozent erhöht. Im Durchschnitt zahlen Banken in Deutschland derzeit für Einjahresfestgeld 4,78 Prozent, vor Beginn der Krise im Sommer 2007 waren im Schnitt 3,96 Prozent zu bekommen.
"Die Zinsen gehen tendenziell sogar noch weiter nach oben", sagt Herbst. Ein guter Indikator dafür ist der Euribor-Zins als Gradmesser für das große Misstrauen der Banken untereinander. Der Euribor gibt an, zu welchem Preis sich Banken untereinander Geld leihen, und er liegt im Sechsmonatsbereich derzeit bei 5,19 Prozent - weit über dem Leitzins der EZB von 4,25 Prozent und auch über fast allen Festgeldkonditionen. Was nichts anderes bedeute, als dass Geld privater Sparer derzeit günstiger zu bekommen sei als bei Konkurrenten. "Solange die Banken Festgeld unterhalb des Euribor-Satzes verzinsen, machen sie also ein vergleichsweise gutes Geschäft", sagt Herbst.

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