Thorsten Polleit, Chefökonom bei Barclays Capital
Aber Polleit trinkt Cola light. Die Trinkhalle steht in Frankfurts Bankenviertel, die Deutschlandzentrale von Barclays Capital ist um die Ecke. Polleit arbeitet in dieser Bank, er ist Chefökonom. Nebenbei unterrichtet er an der renommierten Frankfurt School of Finance. Da steht Polleit nun im Anzug, mit zurückgescheiteltem Haar, und redet von einem völlig neuen, einem besseren Geld und rechnet ab mit dem alten: "Was mit diesem staatlichen Papiergeldsystem angerichtet wurde, das ist immens."
Die Währungen, sie sind eines der großen Themen des Jahres. Im Mai kämpfte Europa um das Überleben des Euro, vor einigen Wochen brach der "Währungskrieg" aus. Jeder kämpft gegen jeden: Die Japaner schwächen ihre Währung mit Nullzinspolitik. Brasilien verkauft massiv Real, Europa legt sich wegen des Renminbi mit China an. Die Chinesen wiederum beklagten sich vor einigen Tagen über die USA und ihre Fed, die "unkontrolliert Geld drucken".
Das gesamte Währungssystem scheint aus den Fugen. Und für Menschen wie Thorsten Polleit sind diese Kämpfe nur ein Symptom dafür, dass mit unserem Geld etwas nicht stimmt.
Er gehört zu einer kleinen, aber wachsenden Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Politikern, die ihre Stunde gekommen sehen. Trotz der Gefahr, als Verschwörungstheoretiker, Spinner oder Sektierer dazustehen, wagen sie sich aus der Deckung.