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Merken   Drucken   13.09.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Altersvorsorge: Was Frauen an Rente bleibt

Viele Seniorinnen setzen heute noch auf die Ehe als Altersvorsorge. Das kann fatale Folgen habe, wenn dieses Kalkül nicht aufgeht - denn dann ist die Einkommenslücke groß. von Ina Lockhart
Amalia V. profitiert noch heute von der Hilfe ihres Mannes - obwohl er nicht mehr lebt. Als er im Juni 2008 an einem Krebsleiden verstirbt, ist sie gut versorgt. Die Immobilie ist abbezahlt, für ihren Unterhalt springt seine Berufsgenossenschaft ein. Doch nicht nur das: Vor seinem Tod schreibt ihr Mann noch auf, wo sie wichtige Unterlagen findet und wann was zu bezahlen ist. Das hilft ihr in der ersten Zeit: Denn zum ersten Mal in ihrem Leben muss sie sich selbst um die Gelddinge kümmern.
Wie viele Frauen hat sich die zweifache Mutter bei ihrer Altersvorsorge ganz auf die Ehe verlassen. Mit der Geburt des ersten Kindes hatte sie ihren Beruf als technische Zeichnerin aufgegeben. Aus ihrer zehnjährigen Berufszeit steht ihr gerade einmal eine gesetzliche Rente von 400 Euro pro Monat zu. Der Blick in die Haushaltskasse belegt die große Abhängigkeit von ihrem Mann: Von den monatlichen Bruttoeinkünften von gut 4100 Euro verdankt sie 3760 Euro den Rentenansprüchen und dem Vermögen ihres Mannes.
Von solch guter Absicherung können viele Witwen in Deutschland nur träumen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verfügen sie im Schnitt über ein Monatsnettoeinkommen von 900 Euro bis 1300 Euro. Amalia V. weiß, dass sie "Glück im Unglück" gehabt hat. Ihr Mann, der als Ingenieur arbeitete, starb an einer durch Asbest ausgelösten Krebserkrankung. Darum zahlt ihr die Berufsgenossenschaft jeden Monat 2400 Euro. Sonst wäre es eng geworden: "Ohne die Entschädigung könnte ich nicht mal meine Miete bezahlen", gibt sie zu.
Ehe als Altersvorsorge: Ein Risikomodell   Ehe als Altersvorsorge: Ein Risikomodell
Um die Finanzierung des täglichen Lebens muss sich die 56-Jährige keine Sorgen machen, doch was geschieht mit dem übrigen Vermögen? Spätestens mit dem Verkauf des Eigenheims, dessen Wert sich seit 1986 auf gut 500.000 Euro verdoppelt hat, steht Amalia V. vor dieser Frage.
Die 56-Jährige sucht Rat beim Vermögensverwalter Svea Kuschel + Kolleginnen. Von ihrem Erbe schenkt Amalia V. zunächst 40.000 Euro an die Kinder, dann geht es an die Detailfragen: Wie will sie künftig wohnen, wie hoch sind ihre monatlichen Ausgaben, wie viel Geld muss verfügbar sein, auf wie viel kann sie länger verzichten?
Wie für die meisten Frauen in diesem Alter steht der Vermögenserhalt im Vordergrund. Zumal Amalia V. nicht vorhat, auf Dauer zur Miete zu wohnen. Sie will sich in einigen Jahren eine Eigentumswohnung kaufen. Constanze Hintze, Geschäftsführerin von Svea Kuschel, rät ihr deshalb, das Geld so anzulegen, dass sie kurzfristig darauf zurückgreifen kann.

Teil 2: Wie groß die Lücke sein kann

  • Aus der FTD vom 13.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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