Deutlich mehr als sechs Prozent für fünfjährige Papiere – so viel musste Italien seit Euro-Einführung nicht für Schulden zahlen. Dennoch ist die Stimmung positiv. Denn mit Berlusconi wäre es wohl viel teurer geworden.
Italien hat am Montag Staatsanleihen im Volumen von 3 Mrd. Euro platziert. Das Land lag damit am oberen Ende der angestrebten Zielspanne. Für die Papiere mit einer Laufzeit bis Mitte September 2016 wurde jedoch eine Rekord-Rendite von 6,29 Prozent fällig. Derart hohe Zinsen für diese Papiere musste das Land den Anlegern seit Einführung des Euro noch nicht zahlen. Zum Vergleich: Mitte Oktober wurden bei einer vergleichbaren Auktion lediglich 5,3 Prozent fällig.
Analysten sprachen davon, dass das ein "vernünftiges" Ergebnis sei, denn am vergangen Freitag hatten umlaufende Papiere mit fünf Jahren Restlaufzeit noch mit 7,8 Prozent rentiert. Die Rendite war seit dem stetig gefallen, seit klar war, dass Silvio Berlusconi das Amt als Premierminister aufgeben werde.
Infolge der Auktion legte der Euro von 1,3683 Dollar vor der Auktion auf über 1,37 Dollar zu. Auch an den Aktienmärkten gab es Kursgewinne.
Wegen wachsender Zweifel an der Reformpolitik war Italien zuletzt verstärkt ins Visier der Finanzmärkte geraten. Das Land will unter dem neuen Ministerpräsidenten und früheren EU-Kommissar Mario Monti einen politischen Neuanfang nach der Ära des langjährigen Regierungschefs Silvio Berlusconi wagen. Allerdings blieben etliche Investoren auch skeptisch. Neue politische Spitzen allein seien kein Garant für Fortschritte, sagten Marktteilnehmer.
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