Italien ist mit Anleiheauktionen am Freitag mit einem blauen Auge davongekommen. Kurz nach der Ratingherabstufung Spaniens durch Standard & Poor's (S&P) brachte das ebenfalls als Krisenstaat geltende Land zehn- und fünfjährige Anleihen im Volumen von knapp 6 Mrd. Euro. Für die zehnjährigen Papiere betrug die Rendite 5,84 Prozent, das sind 60 Basispunkte mehr als bei der letzten Auktion von Zehnjährigen im März.
Für fünfjährige Bonds musste das Stiefelland 4,86 Prozent bieten. Im März waren es nur 4,18 Prozent. Damit sind die Refinanzierungskosten wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn.
Insgesamt begab das Land Papiere im Volumen von 5,95 Mrd. Euro, angestrebt war ein Emissionen zwischen 3,75 und 6,25 Mrd. Euro. Die Nachfrage war bei beiden Emissionen etwas niedriger als bei den Auktionen zuvor.
Analysten sprachen von einem guten Ergebnis, auch wenn die Italiener wegen des Spanien-Downgrades etwas mehr hätten zahlen müssen. Vor allem die Nachfrage am oberen Ende der Zielspanne überzeugte die Experten. Michael Leister von der DZ Bank sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Insgesamt ist das Ergebnis vernünftig. Die Angebotsnachfragequote sieht zwar nicht so toll aus, entspricht aber dem Durchschnitt in diesem Jahr. Um es zusammenfassen: Zumindest keine schlechte Nachrichten, nichts, was den Abverkauf bei den Peripherieländern, den wir heute Morgen gesehen haben, weiter anfeuern könnte." Der Euro reagierte kaum auf das Emissionsergebnis.
Am Morgen hatten die Anleihen der Krisenstaaten noch auf die Herabstufung Spaniens mit deutlichen Kursverlusten reagiert. So rentierten zehnjährige spanische Papiere zeitweise um fünfzehn Basispunkte höher, italienische um zehn Basispunkte.
S & P hatte am Donnerstagabend die Bonitätsnote von Spanien um zwei Stufen von "A" auf "BBB+" herabgestuft und mit einem negativen Ausblick versehen. Die Ratingagentur sagte, die Rezession in dem Land untergrabe die Anstrengungen zur Senkung des Haushaltsdefizits. Das schürte erneut die Besorgnis, dass sich die Schuldenkrise im Euroraum ausweitet. Spanien selbst will am Donnerstag, den 3. Mai zum nächsten Mal am Bondmarkt auftreten und drei- und fünfjährige Anleihen begeben.
Valentijn van Nieuwenhuijzen, Bondstratege bei ING Investment Management, erklärte die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg mit den erfolgreichen Sparbemühungen der portugiesischen Regierung: "Es ist eine Zeichen des Vertrauens." Investoren gingen davon aus, dass solange der Staat wie bislang seinen Reformen- und Sparweg überzeugend beschreitet, er auch auf Unterstützung und Geld von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds zählen könne. Dies zeige sich an sinkenden Renditen - auch wenn diese immer noch die zweithöchsten in Europa hinter den griechischen seien.
Angesichts der Ratingentscheidung war die Sicherheit der Bundesanleihen gefragt, zehnjährige Bundesanleihen rentierten zeitweise vier Basispunkte niedriger bei 1,65 Prozent. Die Rendite von fünfjährigen Bundesobligationen fiel auf ein Rekordtief von 0,595 Prozent. Die Rendite von zweijährigen Bundesschatzanweisungen sank auf ein Rekordtief, das noch unterhalb des Satzes liegt, den die USA für drei Monate zahlen. Die Rendite der deutschen Papiere mit zwei Jahren Laufzeit fiel bis auf 0,075 Prozent und lag zuletzt bei 0,081 Prozent. Ein Rekordhoch erreichte indes der Bund-Future. Der im Juni auslaufende Terminkontrakt zog bis auf 141,38 Prozent an und notierte zuletzt bei 141,24 Prozent 33 Basispunkte höher.