Die Lage am Markt für europäische Staatsanleihen bleibt äußerst angespannt. Deutlich wurde dies am Mittwochmittag bei einer Auktion portugiesischer Schulden. Das Land ist bereits unter dem Rettungsschirm der Euro-Zone.
Das ärmste Land Westeuropas brachte drei- und sechsmonatige Staatsanleihen im Gesamtwert von 1,23 Mrd. Euro unter. Über die Tranche mit einer Laufzeit von sechs Monaten beschaffte sich das Land 350 Mio. Euro, eine Tranche über drei Monate spülte 773 Mio. Euro in die Kassen des portugiesischen Staates.
Zwar bekommen die Portugiesen weiterhin frisches Geld, müssen dafür aber tief in die Tasche greifen. Für dreimonatige Papiere zahlte Portugal Durchschnittszinsen von 4,895 Prozent. Im Vergleich zur letzten entsprechenden Ausgabe Anfang des Monats ist dies aber ein minimaler Renditerückgang von 0,002 Prozentpunkten. Die Emission sei 2,4-fach überzeichnet gewesen, hieß es. Für die sechsmonatigen Anleihen leistete das Land einen Zinsdienst von 5,25 Prozent. Das Verhältnis der Nachfrage zum Angebot lag bei 4,1.
"Für diese sehr kurzläufigen Kredite zahlen wir immer noch sehr hohe Zinsen, das Risiko Portugal sinkt also immer noch nicht", sagte Filipe Silva von der Banco Carregosa der Nachrichtenagentur dpa. Seit der Unterzeichnung des Hilfsabkommens mit der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Mai war es jetzt bereits das 18. Mal, dass Portugal Kredite an den Märkten aufgenommen hat. Bis Ende des Jahres will Lissabon bei drei weiteren Ausgaben insgesamt knapp 4 Mrd. Euro bekommen.