Doch die Krise hat die Schwächen des lange Jahre gepriesenen Jumbo-Marktes offenbart. Für die einst hochliquiden, weil jederzeit in fast jedem Umfang handelbaren Papiere fanden sich in Krisenzeiten keine Käufer mehr. Die Banken, die sich zum Handel mit den Papieren verpflichtet hatten und sich daher Market-Maker nannten, stellten im Herbst 2007 erstmals für viele Papiere keine Kurse mehr. Die Folge: Der Handel brach zusammen.
Sorgenkind Sekundärmarkt
Zwar ist die Panik von einst mittlerweile verflogen. Geblieben ist aber das Sorgenkind, ein nur sehr bedingt funktionierender Sekundärmarkt. Denn der Handel mit den Papieren ist seit der Krise nicht wieder richtig in Schwung gekommen - und das europaweit. Somit ist es für Investoren schwierig, Papiere in großem Umfang am Markt aufzukaufen.
Genau dadurch erklärt sich mitunter auch die immense Nachfrage nach neuen Papieren. "Der Primärmarkt ist nach wie vor aufgrund der fehlenden Liquidität im Sekundärhandel aktuell fast die einzige Möglichkeit für Investoren, Neuengagements einzugehen", sagt Sebastian Sachs, Analyst der DZ Bank. Der Handel mit den Papieren sei nahezu unverändert. "Die Lage hat sich sogar eher in den vergangenen Wochen noch leicht verschlechtert", so Sachs weiter.
Neue Papiere schießen aus dem Boden
An neuen Papieren mangelt es hingegen nicht. Besonders seit der Sommerpause geht es am Markt wieder rund. Allein im September emittierten Banken europaweit rund 26 Mrd. Euro, wie Daten der DZ Bank belegen. Aktiv sind vor allem spanische Banken, deren neue Papiere rund 16 Prozent aller Emissionen in diesem Jahr ausmachen. Die Anteile deutscher gedeckter Bonds liegen mit sechs Prozent für Hypothekenpfandbriefe und neun Prozent für Öffentliche Pfandbriefe eher im Mittelfeld. "Deutsche Emittenten haben in den zurückliegenden Monaten eher auf kleinvolumige Anleihen zurückgegriffen", sagt DZ-Bank-Experte Sachs.
Doch dass das Geschäft mit neuen Covered Bonds einmal wieder so rund laufen würde, war vor Monaten von Vielen noch angezweifelt worden. Denn schließlich war auch die Neuemission inmitten der Finanzkrise fast völlig zum Erliegen gekommen. Als die Anleger rund um die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers in Panik verfielen, weigerten sich viele Investoren monatelang irgendein Risiko einzugehen. Dahinter steckten auch die schlechten Erfahrungen mit Papieren, die minderwertige Hausdarlehen aus den USA verbrieften.