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03.12.2010, 10:50
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Anstieg der Goldimporte:
Inflationsangst treibt Chinesen ins Gold
Das Regime in Peking macht per staatlicher Nachrichtenagentur deutlich: Der Leitzins wird steigen. Hintergrund ist die Sorge vor dem Platzen der Immobilienblase und massiver Teuerung. Das Land wird zum weltweit zweitgrößten Verbraucher des gelben Edelmetalls.
Die chinesische Führung will sich im kommenden Jahr entschlossener gegen Inflation und die Gefahr von Vermögenspreisblasen stemmen. Die Staatsführung werde "proaktive fiskalpolitische Schritte und eine vorsichtige Geldpolitik verfolgen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag nach einer Sitzung des Politbüros der Kommunistischen Partei.
Goldimporte nach China nehmen stark zu
Experten werteten die Nachricht als Signal für eine Straffung der Geldpolitik und eine Einschränkung der Kreditvergabe. "Zinserhöhungen stehen unmittelbar bevor, wir rechnen bis Ende des Monats mit einer, und weitere werden 2011 folgen", sagte Brian Jackson, Schwellenländerstratege bei der Royal Bank of Canada, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch Anleger rechnen mit einer Drosselung: Der Hang-Seng-Index in Hongkong schloss 0,6 Prozent schwächer bei 23321 Punkten, der Shanghai Composite beendete den Handelstag allerdings kaum verändert.
China hat in diesem Jahr bisher einmal die Zinsen angehoben, um die Geldpolitik nach der Finanzkrise auf ein normales Maß zurückzufahren. Der wichtigste Zinssatz liegt seit Oktober bei 5,56 Prozent. Gegen die Krise hatte sich das Land mit einer extrem lockeren Geldpolitik und der Aufhebung sämtlicher Beschränkungen für die Kreditvergabe gestemmt. Das kurbelte das Wachstum an.
Mittlerweile wachsen allerdings die Sorgen, die Teuerung könne zu stark ansteigen. Im Oktober legten die Verbraucherpreise um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, sie dürften im November noch weiter gestiegen sein. Gleichzeitig warnen Kritiker vor neuen Vermögenspreisblasen, etwa mit Blick auf den Immobilienmarkt.
Wie sehr Inflationsängste chinesische Anleger plagen, zeigt ein starker Anstieg der Goldimporte in die Volksrepublik in diesem Jahr. Laut der Shanghai Gold Exchange wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 209 Tonnen eingeführt. Das sind rund fünf Mal so viel wie die 45 Tonnen, auf die die Importe des gesamten Vorjahrs geschätzt werden. China hatte die Zahlen in der Vergangenheit geheim gehalten.
Shen Xiangrong, Chairman der Shanghai Gold Exchange, sagte, Sorgen um die chinesische und die Weltkonjunktur sowie Inflationserwartungen hätten Gold "zu einem sehr beliebten Absicherungsinstrument gemacht". Die chinesische Staatsführung ermuntert Privatinvestoren dazu, ihr Geld in Gold zu stecken. Sie fördert den Markt und erweiterte beispielsweise im Sommer die Zahl der Banken, die das Edelmetall einführen dürfen.
Teil 2: Chinas Einfluss auf den Goldpreis wächst
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FTD.de, 03.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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