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Merken   Drucken   23.11.2011, 15:47 Schriftgröße: AAA

Bundesanleihen: Ein hoffentlich rechtzeitiger Schuss vor den Bug

Kommentar Die schlechteste deutsche Anleiheemission seit der Einführung des Euro ist ein deutliches Signal nach Berlin, dass die Schuldenkrise nicht das Problem der anderen ist - sondern das der Deutschen. von Frank Bremser 
Die Aufregung ist groß. Von einem "Desaster" sprechen Analysten, von einem "Misstrauensvotum gegen die gesamte Euro-Zone". Nicht einmal Deutschland wird seine Anleihen los. Wie soll es dann weitergehen für alle anderen Staaten?
Welcher Staat birgt mit seinen Schulden die größte Gefahr?

 

Welcher Staat birgt mit seinen Schulden die größte Gefahr?

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Und sie haben recht mit ihrer Sorge. Investoren misstrauen der Euro-Zone und sie misstrauen inzwischen Deutschland. Ihnen wird bewusst, dass auch die Bundesrepublik nicht unantastbar ist. Dass ein "AAA"-Rating nicht gottgegeben sein muss, mussten schon die USA erfahren, Frankreich und Österreich erfahren es jetzt. Je mehr die Euro-Zone in Richtung Abgrund schlittert, wenn nun sogar Frankreich wackelt, desto mehr stellt sich die Frage: Wer soll das am Ende alles bezahlen? Die Antwort ist sehr einfach - und ziemlich bitter: Deutschland. Auf Wiedersehen "AAA".
Schon vorherige Emissionen des Bundes waren nicht unbedingt grandios gelaufen. Dementsprechend hatte sich das schlechteste Anleihe-Emissions-Ergebnis für den Bund seit Einführung des Euro sich schon etwas länger angekündigt - wenn auch nicht in der Dimension, wie es letztlich ausgefallen ist.
Verschuldet wie Spanien In ausländischen Medien und in Analystenstudien wird die Sicherheit der deutschen Anleihen dabei schon länger hinterfragt. Der "Scheinriese" überschrieb auch das Nachrichtenmagazin "Spiegel" einen Artikel. Denn auch wenn Deutschland nach außen als Bastion der Sicherheit galt, darf man einige Zahlen nicht vergessen: Die deutsche Staatsverschuldung lag 2010 bei 83,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das ist mehr als das von Spanien oder Polen. Das Haushaltsdefizit betrug 4,3 Prozent, das ist im europäischen Vergleich noch recht gut, aber zum Beispiel Dänemark oder Ungarn wirtschafteten 2010 besser. Beide Werte sind weit jenseits der Stabilitätskriterien von Maastricht, aber für eine Volkswirtschaft wie Deutschland noch beherrschbar. Und auch wirtschaftlich steht das Land relativ gut da.

Teil 2: Kurz vor dem Infarkt

  • FTD.de, 23.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 24.11.2011 20:48:21 Uhr   Alfonso: Diktatorische Vollmachten des EFSF

    Hier sei noch hinzugefügt, dass der EFSF diktatorische Vollmachten geniessen wird:

    - Angeforderte Zahlungen sind binnen 7 Tagen unwiderruflich zu leisten
    - Der EFSF ist eine eigene Rechtsperson die klagen kann
    - Der EFSF und alle Mitarbeiter geniessen völlige Immunität, können also nicht zur Verantwortung gezogen werden

    Jedes Parlament, was einem solchen Vertrag zustimmt, macht sich des Hochverrats schuldig und fördert die Diktatur. Auch für mich bleibt angesichts solcher Tatsachen nur ein richtiger Weg. Deutschland und andere sollten sofort aus EU und Euro austreten.

  • 24.11.2011 14:03:04 Uhr   Z.w.ie(ü)bel: zu starkes Deutschland
  • 24.11.2011 13:58:48 Uhr   James Anti-Bonds: €uro-Wahn
  • 24.11.2011 11:21:02 Uhr   Anti James Bonds: €uro-Bonds
  • 24.11.2011 11:09:38 Uhr   Pro D: Schuss vor den Bug / Bonds
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