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Merken   Drucken   15.02.2012, 12:01 Schriftgröße: AAA

Carry Trades: Minizinsen machen Devisenspekulanten froh

In der Euro-Zone liegt der Leitzins bei einem Prozent, in Brasilien hingegen bei 10,5 Prozent. Das lockt die Devisenspekulanten, die mit dieser Zinsdifferenz ihr Geld verdienen wollen. Die Zielländer finden das gar nicht gut.
An den Devisenmärkten steigt die Risikolust. Sogenannte Carry Trades, bei denen Investoren Geld in Niedrigzinsländern aufnehmen und es in höher verzinste Landeswährungen stecken, gewinnen an Beliebtheit. Grund sind die hohen Gewinne, die derzeit aufgrund der großen Zinsdifferenz zwischen einzelnen Währungsräumen, locken.
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Wer zum Beispiel zu Jahresbeginn Kredite in Dollar  oder Yen  aufnahm und dafür brasilianische Real oder mexikanische Pesos erstand, kann sich auf einen bisherigen Gewinn von 5,5 Prozent freuen. Die gleiche Wette hätte im vergangene Jahrt einen Verlust von 15 Prozent gebracht. Das zeigen Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Das Wachstum bei Handelsgeschäften, die von stabilen Verhältnissen abhängig sind, macht deutlich, dass das Vertrauen in die Weltwirtschaft und das Finanzsystem zunimmt. Nicht zuletzt, da die Zentralbanken die Märkte weltweit mit Geld überschütten. Für Carry Trades spricht auch, dass sich die Märkte zurzeit wieder etwas beruhigt haben. In der vergangenen Woche sank die Markt-Volatilität auf den niedrigsten Stand seit August 2008.
Niedrigzinsumfeld in den großen Währungsräumen "Der Markt insgesamt ist weniger nervös", sagt Jose Wynne, Leiter Devisenanalyse Nordamerika bei Barclays, zu Bloomberg. "Nachdem die Zentralbanken von der einen Seite so viel ins System pumpen, stürzen sich alle auf Carry Trades." Die großen Zentralbanken wie die amerikanische Federal Reserve, die Bank of Japan, die Europäische Zentralbank und die Bank of England, sorgen in den großen Währungsräumen für ein Niedrigzinsumfeld. Zudem geben sie durch diverse Tender und Ankaufprogramme von Staatsanleihen eine hohe Menge an Geld in den Markt. Gleichzeitig fahren aber viele Notenbanken in Ländern Brasilien oder auch Südafrika eine Hochzinspolitik, um die Inflation zu bekämpfen, eine zu starke Aufwertung ihrer Landeswährung zu vermeiden und ein Überschießen der Wirtschaft zu vermeiden.
"Für die Märkte gibt es nichts machtvolleres als eine Zentralbank, die die Zinsen nicht anhebt, obwohl sich die Konjunkturdaten verbessern", sagt Steven Englander, Leiter G10- Devisenstrategie bei der Citigroup. "Stärkeres Wachstum führt zusammen mit der Liquiditätsbereitstellung der meisten großen Zentralbanken dazu, dass die Investoren eher dazu neigen, Risiken einzugehen."

Teil 2: Erinnerungen an 2009

  • Bloomberg, 15.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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