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Merken   Drucken   04.06.2009, 15:53 Schriftgröße: AAA

"Credit Easing": EZB startet im Juli mit Anleihenkauf  

EZB-Präsident Trichet hat den Leitzins nicht angetastet. Dafür startet das sehnsüchtig erwartete Aufkaufprogamm für Covered Bonds bereits im Juli - sowohl auf dem Primär- als auch dem Sekundärmarkt. Doch wie die Liquidität wieder abgeschöpft wird, sagte Trichet nicht. von Mark Schrörs und Tobias Bayer (Frankfurt)
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins am Donnerstag bei dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gab zudem Details zu dem 60 Mrd. Euro großen Aufkaufprogramm von kreditbesicherten Anleihen (Covered Bonds) bekannt.
Laut Trichet werde die Zentralbank sowohl auf dem Primär- als auch auf dem Sekundärmarkt zukaufen. Die Bonds dürften mit Krediten von privaten als auch öffentlichen Institutionen besichert sein. Voraussetzung sei, dass die Papiere die Repokriterien der EZB und die UCITS-Richtlinie erfüllten. Sie müssten mindestens ein Rating von "AA" von einer der vier Ratingagenturen S&P, Moody's, Fitch oder DBRS haben. Keiner der Bonitätswächter dürfe das jeweilige Papier schlechter als mit "BBB-" bewertet haben.
Die Größe liege im Regelfall bei 500 Mio. Euro oder mehr, mindestens seien aber 100 Mio. Euro erforderlich. Noch keine Entscheidung sei bei den Laufzeiten der Papiere gefallen, sagte Trichet. Er nannte aber als Orientierungsgröße drei bis zehn Jahre. Das Programm werde im Juli beginnen und solle bis Juni 2010 durchgeführt werden.
Auf die Frage, ob das Programm über 60 Mrd. Euro hinaus aufgestockt werden könnte, ging Trichet nicht ein. Auch zum Thema Abschöpfung der Liquidität ("Sterilisierung") machte er keine klaren Angaben. Er deutete aber an, dass sie automatisch erfolgen könnte, weil Banken wahrscheinlicher weniger Repogeschäfte tätigen würden.
Im Fokus standen neben dem Kaufprogramm die neuen Wachstums- und Inflationsprognosen der Zentralbank. Die EZB erwartet für 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 5,1 bis 4,1 Prozent. Zuvor hatte sie ein Minus von 3,2 bis 2,2 Prozent erwartet. Für 2010 sieht sie das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei -1,0 bis 0,4 Prozent. Zuvor war sie von -0,7 bis 0,7 Prozent ausgegangen. 2009 sieht sie die Inflationsrate bei 0,1 bis 0,5 Prozent statt bei 0,1 bis 0,7 Prozent, für 2010 erwartet sie nach wie vor eine Teuerung von 0,6 bis 1,4 Prozent.

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