Gerüchte über eine Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Schweizer Nationalbank auf dem Devisenmarkt haben dem Euro Auftrieb gegeben. Die Gemeinschaftswährung kletterte am Mittwochnachmittag bis um 0,9 Prozent auf 1,2328 $, nachdem sie zuvor auf das Vierjahrestief von 1,2143 $ gefallen war.
"Der Euro steigt sprunghaft, weil darüber spekuliert wird, dass die EZB einschreiten könnte", sagte Brian Dolan, Währungsstratege bei Forex.com. Zum Schweizer Franken kletterte der Euro um 0,9 Prozent auf 1,4134 Franken. Zuvor hatte der Franken um 1,4 Prozent zugelegt. "Es sah so aus, als hätten die Schweizer interveniert. Aber das wurde nicht bestätigt, was den Markt spekulieren lässt." Ein Sprecher der Schweizer Nationalbank lehnte eine Stellungnahme ab.
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Der gesamte Kapitalmarkt ist in Aufruhr. Die Ankündigung der deutschen Finanzaufsicht Bafin, ungedeckte Leerverkäufe von europäischen Anleihen, Kreditderivaten und bestimmten Aktien zu verbieten, führte zu heftigen Schwankungen. Insgesamt ist die Stimmung euro-skeptisch. Der Grund: Weil Händler sich mit Wetten über CDS und Bonds zurückhalten, verkaufen sie den Euro, um ihre negative Sicht auf die Währungsunion auszudrücken.
Die Schweizer Nationalbank interveniert schon seit längerem auf dem Währungsmarkt, um den Franken niedrig zu halten und eine Deflation abzuwehren. Am Mittwoch verlor der Franken auch zum Dollar und Yen. "Die Bewegungen lassen auf eine Intervention schließen", sagte Neil Jones, Leiter Hedge-Fund-Sales bei Mizuho Corporate Bank.
Nicht alle Marktteilnehmer geben viel auf die Spekulationen. Ein Vertreter eines der größten Währungshändlers weltweit sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass es für Interventionen keinerlei Hinweise gebe. Stattdessen seien die Bewegungen bei Euro und Franken auf die Transaktionen großer Investoren zurückzuführen.
"Bedenkt man den großen Fall des Euro in den vergangenen Tagen, dann könnte der kurze Sprung gerechtfertigt sein", sagte Joe Manimbo, Analyst bei Travelex Global Business Payments. "Investoren treten einen Stück zurück, schöpfen Atem und prüfen, wie sich das Leerverkaufs-Verbot auswirken wird."