Grund: Profianleger hatten befürchtet, dass Moody's die Italiener gleich ganz aus dem "A"-Bereich verbannen würde. Das hätte bei einigen Fonds technisch bedingte Verkäufe zur Folge gehabt. "Dieser Worst Case ist immerhin ausgeblieben", sagte David Schnautz, Anleihestratege bei der Commerzbank.
Welche Negativspirale diese technischen Effekte bisweilen nach sich ziehen, hatte sich im Januar in Portugal gezeigt. Das damalige Massen-Downgrade durch Standard & Poor's (S&P) hatte zwar tagelang die Schlagzeilen bestimmt. Messbare Folgen zeigten sich aber lediglich für Lissabon, weil S&P die Portugiesen aus dem Investment- in den Ramschbereich befördert hatte. Dadurch flogen Staatsanleihen des Landes aus wichtigen Bond-Indizes. Fonds, die diese Indizes abbilden, waren gezwungen, Lissabonner Anleihen abzustoßen. Die Rendite für portugiesische Zehnjahrespapiere stieg zwischenzeitlich von unter 11 Prozent auf mehr als 16 Prozent.
Konsequenz Zwangsverkäufe
So dramatisch wären die Folgen für Italien gleichwohl nicht gewesen. Selbst bei der befürchteten Abwertung um zwei Stufen von "A2" auf "Baa1" wären die Italiener noch nicht auf Ramschniveau - im Anleiheindex iBoxx hätte das eine niedrigere Gewichtung nach sich gezogen, aber nicht den Rausschmiss. "Beim Barclays-Index für inflationsgeschützte Papiere sind die Regeln aber restriktiver. Da wären die Italiener bei einer Herabstufung um zwei Stufen rausgeflogen", sagte Schnautz. Die Konsequenz: Zwangsverkäufe - im allerdings weniger wichtigen Markt für inflationsgeschützte Papiere.
Ärger als die Italiener traf es die Spanier, für die es um zwei Stufen abwärts ging und die nun gleichauf mit Italien bei "A3" bei Moody's stehen. Einen Warnschuss bekam London ab: Als erste große Ratingagentur stellte Moody's die Topnote "AAA" Großbritanniens infrage. Weil Anleger allerdings erwartet hatten, hielten sich auch britische Anleihen stabil.