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Merken   Drucken   25.03.2009, 11:15 Schriftgröße: AAA

Drastischer Schritt: "Rambo"-Ben startet Anleihekauf  

Bis zu 300 Mrd. $ an US-Staatspapieren will der US-Notenbankchef aufkaufen, um die Wirtschaft wiederzubeleben. Behindert werden die USA im Kampf gegen die Krise allerdings von Personalsorgen.
Die US-Notenbank Fed startet am Mittwoch ihr Programm zum Aufkauf von US-Staatsanleihen: Die erste Tranche konzentriert sich auf Papiere, die zwischen Februar 2016 bis Februar 2019 fällig werden. Treasuries mit zehnjähriger Laufzeit beendeten im Vorfeld den Sinkflug der vergangenen vier Tage und lagen am Vormittag unverändert. Insgesamt will die Fed US-Staatsanleihen im Wert von maximal 300 Mrd. $ aufkaufen. Diese neue Milliardenspritze soll die amerikanische Wirtschaft ankurbeln.
Die US-Notenbank verfolgt mit dem Ankauf von Staatsanleihen zwei Ziele: Erstens schafft sie auf der Passivseite ihrer Bilanz Bankreserven. Das erhöht direkt die monetäre Basis. Die erwünschte Wirkung ist, dass die Banken ihre Kreditvergabe und damit die breiteren Geldmengenaggregate steigern, um die Ausgaben anzukurbeln. Zweitens senken die Zentralbanken durch die erhöhte Nachfrage nach Staatspapieren die Renditen längerfristiger Staatsanleihen. Dabei ist das Ziel, auch die anderen Kreditzinsen zu senken und letztlich auch die Nachfrage nach Krediten anzuregen. Allerdings besteht die Gefahr, dass durch die starke Ausweitung der Geldmenge die Inflation angeheizt wird.
Die Fed wird in mehreren Tranchen bis Mitte nächster Woche Papiere kaufen. Am Dienstag hatten bereits Treasuries mit 30-jähriger Laufzeit nach vier Tagen erstmals wieder zugelegt, nachdem die Fed die Papiere in ihr Programm mit aufgenommen hatte. Dem Aufkaufprogramm gegenüber stehen allerdings große Neuemissionen: Allein am Mittwoch will das Finanzministerium fünfjährige Papiere im Volumen von 34 Mrd. $ begeben, am Donnerstag siebenjährige von 24 Mrd. $. Auch Japaner kaufen Anleihen
Die Fed ist nicht die einzige Notenbank, die Staatsanleihen kauft. Seit Jahren aktiv ist die Bank of Japan (BoJ). Sie erwirbt bereits seit 1989 Staatsanleihen. Vergangene Woche kündigte sie an, das Volumen von 1400 auf 1800 Mrd. Yen monatlich auszuweiten. Als sonderlich erfolgreich gilt die Geldpolitik der Japaner indes nicht: Seit Jahren leidet das Land unter schwachem Wachstum und stagnierenden Preisen.

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  • FTD.de, 25.03.2009
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