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Merken   Drucken   06.02.2009, 09:48 Schriftgröße: AAA

Entschädigung: Kaupthing-Sparer erneut vertröstet

Die deutschen Kunden der gestrauchelten isländischen Kaupthing Bank müssen weiter auf eine Rückzahlung ihrer eingefrorenen Guthaben warten. Das Gläubigertreffen am Donnerstag in Reykjavik endete ohne verbindliche Zusagen für die rund 30.000 betroffenen Anleger. von Karsten Röbisch
Der staatlich eingesetzte Zwangsverwalter Olafur Gardarsson erklärte nur, alle deutschen Sparer zu entschädigen. Einzelheiten zum Ablauf der Auszahlung oder einen genauen Zeitplan blieb er den rund 250 anwesenden Gläubigern jedoch schuldig.
Nach Angaben von Gardarsson verfüge Kaupthing bereits über 80 Prozent der 330 Mio. Euro, die für die Bedienung der deutschen Kunden nötig seien. Seine Aussagen lassen darauf schließen, dass die gestrauchelte Bank nun doch aus eigener Kraft die geprellten Sparer auszahlen will. Gardarsson will dazu das vorhandene Vermögen von Kaupthing im Ausland eintreiben. Dazu gehört auch ein Guthaben von rund 55 Mio. Euro, das die deutsche DZ Bank nach der Verstaatlichung eingefroren hat. Auch die deutsche Tochter Kaupthing Edge besitzt noch Spareinlagen.
Der Zugriff auf das Auslandsvermögen und damit eine Auszahlung der Kunden gestaltet sich jedoch schwierig. Die DZ Bank hat selbst noch offene Forderungen gegen Kaupthing. Und über die deutsche Tochter hat die Finanzaufsicht BaFin einen Auszahlungsstopp verhängt. Gardarsson erklärte, mit der BaFin über eine Freigabe des Vermögens zu verhandeln. Ein BaFin-Sprecher teilte mit, dass das Moratorium nur aufgehoben werde, wenn sichergestellt sei, dass alle deutschen Kunden ihr Geld komplett zurückerhalten. Eine Quotenregelung lehnte er ab.
Gardarsson betonte zudem, dass Kaupthing eine Verlängerung der staatlichen Zwangsverwaltung mit einem Zahlungsmoratorium um weitere neun Monate benötige. Andernfalls müsse die Bank nach Auslaufen des bisherigen Mandats in der nächsten Woche alle Aktivitäten einstellen. Dies würde aber nur die Anleihegläubiger treffen. Für die deutschen Anleger bliebe noch die Hoffnung, dass der isländische Einlagensicherungsfonds ihre Forderungen bedient.
  • Aus der FTD vom 06.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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