Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone
wies Keitel strikt zurück. "Jede Lösung, die darauf abzielt, starke
oder schwache Länder aus dem Währungsgebiet herauszulösen, wäre fatal
sowie gefährlich und weit weg von der Realität." Auch ein radikaler
Schuldenschnitt in Griechenland allein sei keine Lösung.
"Kürzen allein reicht nicht"
Nötig sei neben Finanzhilfen und Sparmaßnahmen ein auf mehrere Jahre angelegtes Paket,
um das Land für Investoren attraktiver zu machen. "Griechenland
benötigt ein Programm, mit dem nicht nur Ausgaben gekürzt, sondern
auch Einnahmen generiert werden, die das Land heute nicht hat."
Nach den Worten Keitels geht es dabei weniger um neue Transfers.
Vielmehr müssten die Investitionsbedingungen verbessert werden. Dies
betreffe neben Sicherheit für ein Engagement ausländischer Investoren
auch Bürokratieabbau, Steuerehrlichkeit und Transparenz, sagte der
BDI-Präsident, der als Ex-Hochtief-Chef unter anderem an der
Teilprivatisierung des Athener Flughafens mitgewirkt hatte.
"Man muss gemeinsam mit der griechischen Regierung versuchen,
marktwirtschaftliche Erträge zu organisieren." Dies sei aber nicht
kurzfristig machbar. "Das dauert nicht zwei, drei Monate, sondern
mindestens fünf Jahre, wenn nicht gar zehn Jahre", sagte Keitel.