Die Ratingagentur sieht keine Hoffnung auf eine baldige Überwindung der Schuldenkrise. Die dritt- und viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone geraten damit noch tiefer in den Sog des Griechenland-Dramas. Der Euro fällt.
von Barbara SchäderFrankfurt
Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Spaniens und Italiens herabgestuft. Während die Senkung für Rom erwartet worden war, kam die der spanischen Bonitätsnote um zwei Stufen von "AA+" auf "AA-" überraschend. Fitch bewertet Spanien damit schlechter als die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P). Bei den beiden Konkurrenten wird die Zahlungsfähigkeit der Iberer mit "AA" eine Note besser beurteilt.
Italien hingegen bewertet Fitch etwas freundlicher als die Konkurrenz, wenn auch schlechter als Spanien mit der Note "A+". Die Bonitätsnote für Portugal beließ die Ratingagentur zunächst bei "BBB-", eine Herabstufung bleibt aber möglich. Der Euro rutschte nach der Mitteilung leicht ins Minus, nachdem er zuvor gegenüber dem Dollar ein halbes Prozent zugelegt hatte.
Spanien und Italien leiden unter steigenden Kosten für den Schuldendienst, weil Investoren seit dem griechischen Schulden-Drama generelle Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der schwächeren Euro-Staaten bekommen haben. Die Verbindlichkeiten Italiens übersteigen die jährliche Wirtschaftsleistung. Mit einer Schuldenquote von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) belegt das Land innerhalb der EU einen unrühmlichen zweiten Platz hinter Griechenland. Im Falle Spaniens erregte vor allem die hohe Neuverschuldung das Misstrauen der Märkte: Das Haushaltsdefizit lag im vergangenen Jahr bei 9,1 Prozent des BIP.
Finanzministerium sieht Sparziel in Reichweite
Nach Angaben der Regierung in Madrid kommt der Abbau des Defizits voran: Finanzministerin Elena Salgado teilte am Donnerstag mit, die für 2011 angestrebte Obergrenze von sechs Prozent werde ohne zusätzliche Sparpakete eingehalten werden. Fitch sieht die Bemühungen der Zentralregierung dagegen durch einzelne Regionen gefährdet. Sie genießen in Spanien einen hohen Grad an Autonomie. Die Bonitätswächter verwiesen überdies auf die anhaltenden Probleme der spanischen Wirtschaft - die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 20 Prozent.
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