Infografik - So flüssig sind die Euro-Länder
Auf den Märkten wird seit Wochen darüber spekuliert, dass Griechenland nach Auslaufen des 110 Mrd. Euro schweren Hilfsprogramms der EU und des Internationalen Währunfgsfonds (IWF) zahlungsunfähig werden könnte. Die Zeitung "Eleftherotypia" meldete am Montag, Athen habe bei der EU und dem IWF Verhandlungen über eine Umstrukturierung seiner Schulden beantragt. Anleihegläubiger müssten in diesem Fall befürchten, ihre Investitionen in die Papiere später oder nur zum Teil zurückzubekommen.
Das griechische Finanzministerium wies den Bericht zurück. Zentralbankchef Giorgos Provopoulos betonte, eine Umstrukturierung sei "weder notwendig noch wünschenswert". Würde Griechenland die Ansprüche seiner Anleihegläubiger verspätet oder nicht vollständig bedienen, hätte dies einen weiteren Wertverfall der Papiere zur Folge, die zu den wichtigsten Anlageinstrumenten griechischer Banken und Versicherungen zählen. "Die Folgen wären katastrophal", schrieb Provopoulos im Jahresbericht der Zentralbank.
"Wahre Finnen" wollen Rettungspaket für Portugal verhindern
Verschärft wurden die Ängst vor einer Eskalation der Euro-Krise durch den Wahlerfolg der EU-skeptischen Rechtspopulisten in Finnland. Die "Wahren Finnen" wollen im Falle einer Regierungsbeteiligung das geplante Rettungspaket für Portugal stoppen. Die Renditen zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen erreichten am Montag zeitweise 9,3 Prozent, den höchsten Stand seit der Einführung des Euro.
Portugal hatte Anfang April als dritter Euro-Staat nach Griechenland und Irland die EU und den IWF um Notkredite gebeten. Nach vorläufigen Schätzungen der EU-Kommission benötigt das Land 80 Mrd. Euro. Sollte die neue finnische Regierung diese tatsächlich blockieren, droht Portugal die Zahlungsunfähigkeit.