Besitzer italienischer Staatsanleihen 2011
Die BIZ tritt mit einer Modellrechnung zur Entwicklung der italienischen Zinskosten Befürchtungen entgegen, die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde unter ihrer hohen Schuldenlast zusammenbrechen. Anlass für diese Sorge ist der Anstieg der Renditen italienischer Staatsanleihen. Die Renditen von Zehnjahrespapieren erreichten Anfang November auf dem Sekundärmarkt einen Euro-Ära-Rekord von 7,48 Prozent. Auch bei der Emission neuer Anleihen musste Rom zuletzt Renditen um sieben Prozent zahlen.
Wenn die Renditen das ganze Jahr 2012 auf dem Rekordniveau von Anfang November verharren sollten, würde das für Italien laut BIZ Mehrkosten von 0,95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bedeuten. Bis 2014 würde sich der jährliche Mehraufwand unter diesem Szenario auf 1,6 Prozent des BIP erhöhen.
Lange Laufzeiten der ausstehenden Schulden helfen
Dass sich der Kostenanstieg in Grenzen halte, liege an der langfristigen Finanzierung des Landes, schreiben die Experten. Die ausstehenden Schuldtitel hätten eine Restlaufzeit von sieben Jahren. Da sich der Anstieg der Renditen nur auf neu emittierte Anleihen und Schatzwechsel auswirkt, erhöhen sich die vom italienischen Staat durchschnittlich zahlenden Zinsen deutlich langsamer.
Die BIZ vergleicht die November-Renditen mit den Zinsen, die Italien im Schnitt bei Neuemissionen im ersten Halbjahr 2007 zahlen musste - also vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise. Im November lagen die Renditen je nach Laufzeit der Schuldtitel um drei bis vier Prozentpunkte höher als damals. Selbst wenn die Refinanzierungskosten bei Neu-Emissionen weiter anziehen und im Schnitt fünf Prozentpunkte über dem Niveau von 2007 liegen sollten, stiege die durchschnittliche Zinslast Italiens im kommenden Jahr laut BIZ um weniger als 1,5 Prozent des BIP.