Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote Spaniens um eine Stufe auf Aa2 herabgesetzt. Zur Begründung verwies das US-Unternehmen am Donnerstag auf die Probleme der Banken des Landes, die unter den Nachwehen der Immobilienkrise in dem einstigen Boom-Land leiden. Nach Einschätzung von Moody's wird die Umstrukturierung der Institute 40 bis 50 Mrd. Euro verschlingen. Die spanische Regierung beziffert den Rekapitalisierungsbedarf der Geldhäuser bislang auf 20 Mrd. Euro.
Der Euro fiel nach der Herabstufung Spaniens um 1 Cent auf 1,38 Dollar. Auch die Risikoprämien auf spanische Staatsanleihen zogen an: Für Investitionen in Zehnjahrespapiere forderten Anleger auf dem Sekundärmarkt eine Rendite von 5,55 Prozent, 0,04 Prozentpunkte mehr als bei Handlesschluss am Dienstag.
Spanien lag im vergangenen Jahr mit einer Neuverschuldung von 9,2 Prozent innerhalb der Euro-Zone auf einem unrühmlichen dritten Platz hinter Irland und Griechenland. Die Gesamtschuldenquote ist aber vergleichsweise niedrig, nach Einschätzung der EU-Kommission dürfte sie im vergangenen Jahr rund 64 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht haben. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Staatsschuldenquote über 70 Prozent des BIP.
Bislang genießt Spanien deshalb auf den Märkten mehr Vertrauen als Griechenland, Irland oder das Nachbarland Portugal. Die beiden erstgenannten mussten bereits mit milliardenschweren Notkrediten von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt werden. Portugal lehnt eine Flucht unter den Euro-Rettungsschirm bislang ab, wird die Krise nach Einschätzung vieler Analysten aber nicht aus eigener Kraft bewältigen können.