Sowohl Moody's als auch Fitch haben seit Jahresanfang eine Vielzahl von Firmen herabgestuft. Bei Moody's übertraf allein im zweiten Quartal die Zahl der sogenannten Downgrades die der Heraufstufungen um das Neunfache.
Auch Fitch hat zahlreiche Firmen in Europa und Asien zurückgestuft: Seit September 2008 werteten die Analysten der Ratingagentur jeden Monat mehr Unternehmen ab als auf. Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte das Downgrade-Festival im März 2009. Allein in diesem Monat stuften die Analysten rund 30 Firmen herab. Im Durchschnitt verschlechterte sich das Ratingniveau von Unternehmen, die zum soliden Investment-Grade-Bereich gehören (Moody's: Baa3, Fitch: BBB-), um 1,5 Notenstufen ("Notches") pro Downgrade.
Unangenehme Folgen
Für Firmen haben Herabstufungen unangenehme Folgen: Verschlechtert sich ihr Rating, müssen sie Anlegern in der Regel höhere Risikoprämien zahlen, um diesen neue Anleihen schmackhaft zu machen. Auch Privatinvestoren sollten aufmerken, wenn es bei ihren Anleihen zu Verschlechterungen kommt. Es könnte ein Anzeichen dafür sein, dass das betreffende Unternehmen auf eine Pleite zusteuert.
Die von den Agenturen für 2009 erteilten Downgrades betreffen fast ausschließlich Bonds aus zyklischen Branchen, zu denen zum Beispiel die Autoindustrie gehört. Diese mussten in einzelnen Monaten bis zu fünfmal so viele Herabstufungen hinnehmen als Papiere aus weitgehend konjunkturunabhängigen Sparten wie Telekommunikation oder Versorger. Rund 20 Unternehmen stufte Fitch gar um mehr als einen Notch herab: Unter ihnen finden sich die deutschen Konzerne Heidelberg Cement und ThyssenKrupp. Moody's senkte im Juni gar bei so vielen europäischen Firmen den Daumen wie noch nie zuvor innerhalb eines Monats: 76 Unternehmen waren betroffen, das sind rund sechs Prozent aller europäischen Firmen, die Moody's regelmäßig beobachtet.
Zwar gehen sowohl Moody's als auch Fitch davon aus, dass die Welle der Herabstufungen im zweiten Halbjahr abebbt. Aber frühestens Anfang 2010 werde die Zahl der Heraufstufungen wieder höher sein als die der Downgrades, prognostiziert Fitch.