Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos bei einer Pressekonferenz in Athen
Wahrscheinlich ist allerdings, dass ein Teil dieser Ersparnisse längst ausgegeben wurde: Griechenland steckt seit 2008 in einer Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 17 Prozent. Hinzu kamen in den vergangenen zwei Jahren kräftige Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst. Sie gehörten zu den Auflagen für das 110 Mrd. Euro schwere Rettungspaket, das die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) 2010 für Griechenland schnürten.
Von den ins Ausland abgeflossenen Mitteln wurden nach Venizelos' Angaben mehr als 5 Mrd. Euro bei britischen Banken angelegt. Knapp 1,6 Mrd. Euro seien in der Schweiz gelandet.
Experten schätzen Abflüsse weitaus höher ein
Bankenexperten gehen davon aus, dass weitaus höhere Summen ins Ausland verschoben wurden - Geld, von dem das Finanzministerium von vornherein nichts erfuhr. Die aus Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft stammenden Geldanlagen griechischer Bürger im Ausland belaufen sich Schätzungen zufolge auf mehr als 200 Mrd. Euro.
Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass Griechenland mit dem zweiten von der Euro-Gruppe in Aussicht gestellten Rettungspaket von 130 Mrd. Euro nicht auskommen wird. Nach EU-internen Schätzungen werden rund 15 Mrd. Euro mehr benötigt.