Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Es gehört eine gehörige Portion Zweckoptimismus dazu, in diesen Tagen auf einen Aktienfonds zu setzen, der hauptsächlich in sogenannte Wachstumstitel investiert. von Olaf Wittrock
Nach allem, was sich aus den Konjunkturprognosen ableiten lässt, ist die Weltwirtschaft auf dem Weg in den nächsten Abschwung. In schrumpfenden Märkten zu wachsen gilt als ein besonders schweres Unterfangen.
Insofern stecken die Manager der Fonds des aktuellen Morningstar-Ratings der Kategorie Standardwerte Growth weltweit in einer schwierigen Lage. Während sie in den beiden Aufschwungjahren 2009 und 2010 noch hohe Kursgewinne einfahren konnten, stehen in diesem Jahr sämtliche Fonds im Minus. Läuft 2012 die Wirtschaftskrise tatsächlich um den Globus, dürfte es kaum leichter werden.
Was also tun? Es sind die Schwellenländer, die in der Zukunft für die größten Wachstumsimpulse sorgen sollen, also Staaten wie Indien, China, Brasilien, Russland. Oder auch der weltgrößte Inselstaat Indonesien, der das Jahr am Kapitalmarkt fast ohne Blessuren überstand. Das überrascht insofern, als sich Investoren in Krisenzeiten zuerst aus den riskanteren Märkten - und dazu zählten die Schwellenländer lange Zeit - zurückziehen, sodass die Börsen dort stärker leiden als die der entwickelten Staaten.
Die besten Aktienfonds mit dem Anlageschwerpunkt Wachstumswerte weltweit
Das geschah zuletzt nicht mehr, wie ein Blick auf die Vergleichsindizes zeigt: Zwischen dem MSCI World Index, der die Kursentwicklung von Aktien 24 entwickelter Staaten nachzeichnet, und dem MSCI All Country World Investable Market Index (ACWI), der zudem auch die Kurse aus 21 Schwellenländern berücksichtigt, ist in der Performance und bei den Schwankungen kaum ein Unterschied zu erkennen. Die Schwellenländer erwiesen sich also im Schnitt keineswegs als krisenanfälliger als die USA oder Europa. Auch die Tatsache, dass immer mehr globale Aktienfonds sich inzwischen am MSCI ACWI orientieren, so zum Beispiel der Comgest Monde oder auch der Franklin World Perspectives Fund, belegt den zunehmenden Einfluss der aufstrebenden Volkswirtschaften.
Manager Nick Calamos von der gleichnamigen Fondsboutique aus dem Chicagoer Vorort Naperville weist Anleger darauf hin, dass die sogenannten aufstrebenden Staaten heute schon rund 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen und bereits im Verlauf der nächsten Dekade die entwickelten Ökonomien überholen werden. Zudem würden die aufstrebenden Mittelschichten der Milliardenvölker China und Indien in 20 bis 30 Jahren mehr als die Hälfte des weltweiten Konsums auf sich vereinen.
Für Calamos heißt die Konsequenz allerdings nicht, nun vor allem in Asien anzulegen. Stattdessen kauft er Aktien von Unternehmen, die ihr Geld dort verdienen: 35 Prozent des Fonds sind im IT-Sektor angelegt, stecken unter anderem in US-Konzernen wie Apple, Amazon oder Qualkomm, weitere 15 Prozent im Gesundheitssektor.
Auch der französische Starmanager Edouard Carmignac ist überzeugt vom Aufstieg Asiens, zieht aber andere Schlüsse. Sein Flaggschiff-Fonds Investissement ist inzwischen zu mehr als einem Drittel direkt in Schwellenländern investiert. Dass es für den Fonds zuletzt etwas schlechter lief als für manche Konkurrenten, liegt weniger an Carmignacs Aktienauswahl. Der Fonds litt vielmehr, weil er mit Absicherungsgeschäften arbeitet, die Verluste begrenzen sollen - in steigenden Märkten kostet das aber Geld.
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