Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Italien steckt zwar nicht so tief im Schuldenschlamassel wie Griechenland, aber über ihre Verhältnisse leben auch die Italiener seit vielen Jahren. Weil das Land volkwirtschaftlich für Europa weitaus bedeutender ist, richten sich viele Blicke dorthin. Ginge Italien das Geld aus, könnte der Euro vor dem Aus stehen.
Wer die Kursentwicklung an den italienischen Kapitalmärkten in den vergangenen drei Jahren beobachtet, stellt fest: Offensichtlich ist die Angst vor einer Staatsschuldenkrise auch unter Börsianern verbreitet. Der Aktienmarkt hat, gemessen am marktbreiten MSCI-Länder-Index, seit April 2009 im Schnitt jedes Jahr 3,3 Prozent Minus eingefahren, im Jahr 2011 ging es für italienische Aktien gar um 20,6 Prozent bergab. Die europäischen Märkte insgesamt büßten 2011 8,1 Prozent an Wert ein. Und sie stehen in der Drei-Jahres-Bilanz sogar mit 12,5 Prozent pro Jahr im Plus - was nicht zuletzt der robusten Konjunktur in Deutschland zu verdanken ist.
Es geht also nicht nur dem Staat Italien schlecht, sondern auch seiner Börse. Und mithin auch den Fondsmanagern der Länderfonds des aktuellen Morningstar-Ratings, die ausschließlich in Italien anlegen. Die neun Fonds im Vergleichsfeld - mehr reine Italien-Fonds sind in der Datenbank von Morningstar nicht erfasst - haben zwar allesamt leicht besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Attraktive Renditen ließen sich aber allenfalls mit dem Produkt von Axa World Funds Framlington erzielen. Doch ausgerechnet dieser Fonds ist nicht im Jedermannvertrieb zu haben, sondern nur für vermögende Privatkunden und Profis.
Unter den übrigen Fonds sticht keiner mit außergewöhnlichen Leistungen heraus. Gemeinsam ist allen ein besonderer Umstand der Mailänder Börse, der auch erklärt, warum sich die Fonds in der Performance mehr oder weniger stark vom Gesamtmarkt abheben: Das mit Abstand größte Unternehmen des Landes, der Mineralölkonzern Eni , hat eine so große Marktkapitalisierung, dass es in einschlägigen Länderindizes ein Gewicht von rund 20 Prozent einnimmt. Aktiv verwaltete Fonds dürfen aber höchstens zehn Prozent des Geldes, das sie verwalten, in einen einzelnen Titel investieren. Damit ist Eni dort stets untergewichtet. Geschadet hat das der Performance nicht: Der Kurs des Konzerns, der zu 30 Prozent dem maroden Staat gehört, hat in den vergangenen drei Jahren zwar gewaltig geschwankt, ist aber heute nahezu derselbe wie damals.
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